„Der Ball verzaubert alle, alle verzaubert der Ball!“ | BÜTIS WOCHE

„Der Ball verzaubert alle, alle verzaubert der Ball!“ So beschrieb einst die Fußballtrainer-Legende Dettmar Cramer die Magie des runden Leders. Seit 13 Jahren gibt es in Erfurt eine Initiative, die diese Erkenntnis in großartige Projekte umsetzt. Der Verein „Spirit of Football“ hat in dieser Woche in Berlin den Europäischen Bürgerpreis erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

„Spirit of Football“ verbindet den Fußballsport mit einer sozialen Idee und dem Geist der Verständigung zwischen den Kulturen. Die Thüringer Initiative sorgt zum Beispiel dafür, dass geflüchtete Menschen zusammen mit anderen sportbegeisterten Bürgern Fußball spielen können, und bietet kostenlose Trainings für Flüchtlinge an. Auf dem Platz wird geschwitzt und gelacht, und schnellen Fußes an Sprachbarrieren vorbeigestürmt. Fußball ist, so sagen es die Initiatoren selber, eine Weltsprache.

„Spirit of Football“ geht auch in Schulen und bringt den Kindern und Jugendlichen die Idee des Fairplay näher. Dazu gehört zum Beispiel die Überzeugung, dass Mobbing und Ausgrenzung einem keine Siege einbringen, sondern allenfalls rote Karten. Und schließlich gibt es „The Ball“, den Fußball, der als Symbol der Verständigung um die Welt reist und in den Gastländern den Mittelpunkt von Sport- und Sozialprojekten bildet. Mehr als 60.000 Menschen in über 50 Ländern hat „Spirit of Football“ schon erreicht.

Auf Initiative von Jakob von Weizsäcker MdEP hatte ich den Verein zusammen mit ihm und anderen MdEPs für den Europäischen Bürgerpreis vorgeschlagen. Es war mir eine große Ehre, den Preis in Berlin überreichen zu dürfen. Allerdings soll auch erwähnt werden, was Vereinspräsident Andrew Aris bei der Preisverleihung sagte: „In gefährlichen Zeiten wie jetzt, in denen ein Rechtsruck durch europäische Mitgliedsländer geht, sind die Werte, auf denen die EU nach zwei katastrophalen Weltkriegen gegründet wurde, in Gefahr.“

Es ist wichtig, so früh wie möglich gegenzusteuern, und die Idee von Respekt, Toleranz und Weltoffenheit schon jungen Menschen zu vermitteln. Wenn Deutschland in sechs Jahren die Fußball-Europameisterschaft ausrichtet, gibt es dafür sehr viele Gelegenheiten, aber natürlich auch vorher. Lassen wir sie nicht verstreichen. „Ein Ball – eine Welt“, meinen die Initiatoren von „Spirit of Football“ – wir sollten uns von ihrer Energie mitreißen und inspirieren lassen. Übrigens, falls Ihr/Sie Inspiration geben möchtet für den Europäischen Bürgerpreis 2019, dann freue ich mich über Vorschläge!


Sonst noch
  • Übrigens sind in Berlin noch drei weitere Projekte ausgezeichnet worden: Ehrenamtliche DolmetscherInnen aus Ludwigsburg, die Oldenburger UnterstützerInnen einer Sozialklinik in Griechenland und der Vorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma aus Schleswig-Holstein. Die insgesamt 50 Projekte, die in ganz Europa ausgezeichnet wurden, kann man hier finden.
  • Am Montag war ich gleich nochmal im Europäischen Haus in Berlin aktiv: dort habe ich ein Streitgespräch zur Reform der Eurozone zwischen Prof. Dr. Marcel Fratzscher (DIW) und Prof. Dr. Thomas Mayer (Flossbach von Storch Research Institute) organisiert. Hier könnt Ihr weitere Informationen dazu finden.
  • Dienstag war im polnischen Wroclaw und habe Malgorzata Tracz, Ko-Vorsitzende der polnischen Grünen, und ihre Kolleginnen und Kollegen beim Wahlkampf unterstützt. Am 21. Oktober finden dort die Selbstverwaltungswahlen statt, zwei Wochen später dann die möglichen Stichwahlen zur Bürgermeisterwahl.
  • Im Europäischen Parlament in Brüssel ging es am Mittwochmorgen um die neue chinesische Seidenstraße, auch Belt-and-Road-Initiative oder kurz OBOR (one belt, one road) genannt. Wir Grüne im Europäischen Parlament haben eine Halbtagskonferenz veranstaltet, die in zwei international besetzten Panels um die europäische Antwort auf die OBOR-Strategie behandelt hat. Hier gibt es mehr Infos dazu.
  • Im Ratsgebäude haben wir am Donnerstag die zweite Verhandlungsrunde im Trilog über die künftige Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten bei sensiblen Direktinvestitionen von außerhalb der EU geführt. Ich habe hinterher ein kleines Video dazu aufgenommen, das Ihr hier finden könnt.
  • Vorher habe ich noch einen Abstecher nach Aachen gemacht, um dort auf der 3D-Valley-Konferenz zu sprechen. In meinem Vortrag habe ich erzählt, was die EU tut, um die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen für additive manufacturing (3D-Drucken).
  • Und die EGP hat am Donnerstag den Entwurf für das Manifesto zur Europawahl mit Nichtregierungsorganisationen diskutiert. Es waren 32 NGOs aus vielen thematischen Bereichen wie zum Beispiel Handel, Klima, Umwelt, Menschenrechte, Demokratieförderung, Migration, Digitales, Gesundheit und Verbraucherschutz vertreten.