Europäische Kommission: Strategie zu Künstlicher Intelligenz (KI)

Zur heute von der Europäischen Kommission vorgestellten Strategie zu Künstlicher Intelligenz (KI) meint Reinhard Bütikofer, industriepolitischer Sprecher in der Grünen-Fraktion des Europaparlaments und Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei (EGP):

„Die KI-Strategie der Europäischen Kommission ist in einem, dem entscheidenden, ihrer drei Pfeiler Stückwerk. Zwar wird richtigerweise die Bedeutung von Bildung, Ausbildung und Weiterbildung angesichts der erwartbaren sozial-ökonomischen Veränderungen hervorgerufen. Aber die Chance wird verspielt, daraus eine Systemdebatte zu machen.

Wie soll die politische Ökonomie der Weiterbildung aussehen, ohne die in Zukunft keine Erwerbstätige mehr lange erwerbstätig sein wird? Die Kommission verspricht da und dort ein bisschen Geld für Programme und Modelle und Fonds, aber sie drückt sich um die Grundsatzfrage: Soll diese zentrale gesellschaftliche Weichenstellung überwiegend privat finanziert werden oder aus staatlichen Haushalten oder nach dem Modell der dualen Berufsausbildung? Letzteres wäre die progressive Lösung. Angesichts beschränkter Erfahrungen mit dualer Ausbildung in den meisten EU-Ländern bräuchte eine entsprechende Initiative eine große gesellschaftliche Diskussion. Die Kommission dagegen geht technokratisch vor. Statt einer Perspektive bietet sie ein paar Maßnahmen. Das ist viel zu kurz gesprungen.“