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	<title>Reinhard Bütikofer &#187; Presse/Medien</title>
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		<title>Ehrung der Afrikanischen Union für Wangari Maathai (†)</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 14:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Greens]]></category>
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		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Die im September verstorbene kenianische grüne Umweltaktivistin, Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai wurde posthum auf dem 18. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union geehrt. Wangari Maathai war auch Trägerin des Petra-Kelly-Preises.

Photo Credit: Raimo Oksala]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Die im September verstorbene kenianische grüne Umweltaktivistin, Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai wurde posthum auf dem 18. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union geehrt. Wangari Maathai war auch Trägerin des Petra-Kelly-Preises.</p>
<p>Die Versammlung der afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Addis Abeba beschloss am Anfang dieser Woche, den alljährlich am 3. März stattfindenden Afrikanischen Umwelttag in &#8220;Wangari Maathai Day&#8221; umzubenennen. Ins Leben gerufen wurde auch ein afrikanischer Umweltpreis, der den Namen der Verstorbenen trägt und zukünftig besondere Errungenschaften zum Erhalt der Umwelt- und Artenvielfalt würdigen soll. Eine offizielle Erklärung der afrikanischen Politiker erkennt das starke Engagement der früheren kenianischen Umweltministerin und Trägerin vieler Auszeichnungen für die Förderung von Frieden, Demokratie und der Menschenrechte in Afrika an. Die Ehrung Wangari Maathais wird durch ihren beeindruckenden Einsatz für Umwelt- und Menschenrechte und für den Schutz des Planeten begründet.</p>
<p>Dieses Foto mit Wangari Maathai entstand bei ihrem Besuch bei der Europäischen Grünen Partei im Jahr 2008 in Paris. (Mit auf dem Photo: Catherine Greze, Monica Frassoni)</p>
<p>Photo Credit: Raimo Oksala</p>
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		<title>Europäischer Schulpreis für Mecklenburg-Vorpommern</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 09:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute wurde der 1. Europäische Schulpreis für Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen. Der Wettbewerb ist eine gemeinsame Initiative von Reinhard Bütikofer, der Europa-Union Mecklenburg-Vorpommern e. V. und dem Europäischen Integrationszentrum Rostock e. V.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Heute wurde der 1. Europäische Schulpreis für Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen. Der Wettbewerb ist eine gemeinsame Initiative von Reinhard Bütikofer, der Europa-Union Mecklenburg-Vorpommern e. V. und dem Europäischen Integrationszentrum Rostock e. V.</p>
<p style="text-align: justify;">Es sollen Schulprojekte angestoßen werden, die sich für ein gemeinsames Europa einsetzen. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro und können an einer Fahrt zum Europäischen Parlament nach Brüssel teilnehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Es ist wichtig, dass junge Menschen die Vorteile und Chancen eines geeinten Europas wirklich verstehen und schätzen. Die Erfolge der Europäischen Union dürfen nicht als selbstverständlich hingenommen werden. Deshalb kommt es aber auch darauf an, europäische Politik nicht nur zu erleben, sondern auch mitzugestalten“, so Reinhard Bütikofer. „Dazu soll der Preis einen kleinen Beitrag leisten.“</p>
<p style="text-align: justify;">Bewerben können sich Schüler und Schulprojekte aller allgemeinbildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern bis zum 15. April. Bewerbungen sind zu richten an: erik.lohse@gruene-europa.de.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://reinhardbuetikofer.eu/wp-content/uploads/2012/02/Ausschreibung-Europäischer-Schulpreis-Mecklenburg-Vorpommern.pdf">Ausschreibung Europäischer Schulpreis Mecklenburg-Vorpommern</a></p>
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		<title>WTO-Urteil zu China: Fair Play in der Rohstoffpolitik</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 11:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[china]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Entscheidung der WTO ist ein wichtiges Signal, das weit über den vorliegenden Anlass hinaus wirkt. Die chinesische Rohstoffexportpolitik wird daran insgesamt gemessen werden. China muss sich an die internationalen Spielregeln halten, denen es sich verpflichtet hat. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<span> </span></p>
<p><span><span style="font-size: small;">Zur Entscheidung der Welthandelsorganisation (WTO), wonach  Chinas Exportbeschränkungen bei neun Rohstoffen mit den Regeln der WTO  unvereinbar sind, erklärt <strong>Reinhard Bütikofer</strong>, stellvertretender  Vorsitzender und rohstoffpolitischer Sprecher der Grünen/EFA Fraktion im  Europäischen Parlament:</span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em>&#8220;Die Entscheidung  der WTO ist ein wichtiges Signal, das weit über den vorliegenden Anlass hinaus  wirkt. Die chinesische Rohstoffexportpolitik wird daran insgesamt gemessen  werden. China muss sich an die internationalen Spielregeln halten, denen es sich  verpflichtet hat. </em></span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em> </em></span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em>Bevor die EU und  andere Akteure nun jedoch ein zweites Verfahren wegen der chinesischen  Exportrestriktionen zu Seltenen Erden beginnen, sollte der Dialog gesucht  werden. Sicherlich ist die Produktion der Seltenen Erden in China mit ihren  dramatischen Umweltauswirkungen eine große Herausforderung für die chinesische  Regierung. Es gibt allerdings WTO-kompatible Mittel, um sich diesen  Herausforderungen zu stellen.</em></span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em> </em></span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em>Darüber hinaus muss  ein ernsthafter Versuch unternommen werden, globale Governance-Strukturen für  Rohstoffe zu schaffen, um internationale Spannungen in diesem Bereich zu  vermindern. Ein weltweites Forum für Rohstoffe &#8211; ähnlich dem Internationalen  Energieforum (IEF) &#8211; würde einen wichtigen Beitrag leisten&#8221;. </em></span></span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Seltene Erden: Schlechte Nachrichten aus China &#8211; Innovationsoffensive nötige Antwort</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 10:43:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur angekündigten Kürzung der Chinesischen Exportquote zu Seltenen Erden für das erste Halbjahr 2012, erklärt Reinhard Bütikofer:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	„Seltene Erden: Schlechte Nachrichten aus China &#8211; Innovationsoffensive nötige Antwort“</p>
<p>Zur angekündigten Kürzung der Chinesischen Exportquote zu Seltenen Erden für das erste Halbjahr 2012, erklärt Reinhard Bütikofer, industriepolitischer Sprecher der Grünen/EFA und Berichterstatter im Europäischen Parlament zur Rohstoffpolitik:</p>
<p>“Mit der Kürzung der Exportquote von Seltenen Erden für 2012 setzt China seine Politik der letzten Jahre weiter fort. Für Europas Industrie ist das eine schlechte Nachricht. Ohne energische Anstrengungen zur Verringerung der Rohstoff-Abhängigkeit drohen gefährliche Engpässe und Entwicklungsblockaden. Um so wichtiger ist es für die EU-Industriepolitik, jetzt mit ehrgeizigen Effizienz-, Recycling-, und Substitutionsstrategien gezielt zu antworten.</p>
<p>Mein Vorschlag zur Etablierung eines Europäischen Kompetenznetzwerkes zu Seltenen Erden in 2012, das die Forschung in der EU auf diesen Gebiet bündelt und fördert, kann hier einen wirksamen Beitrag leisten.[i] Die EU hat nur eine Wahl: Pekings Kürzungen als Chance für Innovation bei den Seltenen Erden zu nutzen. Als Beispiel kann Japan dienen, das sich das Ziel gesetzt hat, den Verbrauch von Seltenen Erden durch Effizienzsteigerung und Substitution um 1/3 zu kürzen. Dabei müssen Europäische Kommission und Mitgliedsstaaten vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen Rücksicht nehmen. Während einzelne Konzerne wie Rhodia eigene Verträge und Partnerschaften mit Chinesischen Seltene Erden-Unternehmen verhandeln können, ist dies nicht der Fall für Europas KMU. Deshalb sollten die Interessen der KMU auch in der geplanten Rohstoffallianz großer deutscher Unternehmen berücksichtigt werden.“</p>
<p>[i] Dieser Vorschlag eines Europäischen Kompetenznetzwerkes wurde am 1. Dezember 2011 vom Europäischen Parlament beschlossen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>EU-Verteidigungspolitik: EU-Haushalt ist kein Steinbruch für die Rüstungsindustrie</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 12:31:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur heutigen Abstimmung des Europäischen Parlaments über einen Bericht zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf den Verteidigungssektor, erklärt Reinhard Bütikofer, sicherheitspolitischer Sprecher der Fraktion Grüne/EFA:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Zur heutigen Abstimmung des Europäischen Parlaments über einen Bericht zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf den Verteidigungssektor (Lisek-Bericht), erklärt <strong>Reinhard Bütikofer</strong>, sicherheitspolitischer Sprecher der Fraktion Grüne/EFA im Europäischen Parlament:</p>
<p><em>&#8220;Das Europäische Parlament hat mit der Annahme des Lisek-Berichts der Rüstungsindustrie zusätzliche Mittel aus dem EU-Haushalt für Forschung und andere Zwecke in Aussicht gestellt. Nicht genutzt wurde die Chance zu einem starken Votum, dass die aktuelle Kürzung nationaler Verteidigungshaushalte für stärkere verteidigungspolitische Zusammenarbeit (pooling and sharing) führen muss.</em></p>
<p><em>Anstatt sich darauf zu konzentrieren, wie die Mitgliedstaaten die Finanzkrise für eine engere Abstimmung und Zusammenarbeit bei der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik nutzen können, soll nun der EU-Haushalt Löcher in den nationalen Verteidigungshaushalten stopfen.</em></p>
<p><em>Wir Grüne lehnen es ab, dass in Zukunft der EU-Haushalt dafür herhalten soll, dass Rüstungsforschung finanziert wird. Ebenso unsinnig sind die Vorschläge, ein militärisches Erasmus einzurichten, dass Europäischen Sicherheits- und Verteidigungskollegs aus dem Stabilitätsinstrument zu finanzieren und massiv EU-Strukturfonds beim Umbau nationaler Rüstungsindustrien einzusetzen.</em></p>
<p><em>Die Grünen/EFA haben daher gegen den Bericht gestimmt.&#8221; </em></p>
<p><em>Photo credit: Pablo Municio (FlickR)<br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wie geht&#8217;s Grün?</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 09:34:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Beitrag aus dem jüngst veröffentlichten Journal Soziale Bewegungen 3/2011: "Wie geht's Grün?" vom August 2011: Könnte es den Grünen besser gehen? Wieso geht es ihnen eigentlich, wie es ihnen geht? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Mein Beitrag aus dem Forschungsjournal Soziale Bewegungen: &#8220;Wie geht&#8217;s Grün?&#8221; vom August 2011: Könnte es den Grünen besser gehen? Wieso geht es ihnen eigentlich, wie es ihnen geht? Eine kurze Analyse mit vier Gründen für die aktuellen Entwicklungen der Grünen</p>
<p>(Photo credit: Dima Konsewitch, flickR)</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wie geht&#8217;s Grün? </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Reinhard Bütikofer</p>
<p>Anfang August 2011 liegen Bündnis 90/Die Grünen im renommierten „Deutschlandtrend“ der ARD bundesweit bei 23 Prozent. Zusam­men mit der SPD kommen sie auf eine Umfra­ge-Mehrheit von 51 Prozent, so viel wie seit elf Jahren nicht mehr. 23 Prozent der Stim­men bedeuteten, wenn denn aus der Umfrage ein entsprechendes Wahlergebnis würde, mehr als 150 Grüne Sitze im Bundestag. Derweil weist, ebenfalls Anfang August, Cem Özde­mir noch einmal die Frage nach einem mögli­chen Grünen Kanzlerkandidaten zurück, jedenfalls für die Zeit, in der sie sich noch nicht stellt. Später wird man weiter sehen und sicher allem gewachsen sein.</p>
<p>1. | Könnte es den Grünen besser gehen? Wieso geht es ihnen eigent­lich, wie es ihnen geht?</p>
<p>Es ist viel zusammen gekommen, um den nun schon über ein Jahr dauernden Grünen Hö­henflug möglich zu machen. Da mischen sich Ergebnisse grundlegender Verschiebungen mit Erfolgen guten politischen Handwerks, mit politischen Konjunkturen und – schlicht – dem Glück der Tüchtigen. Diese Mischung hat sich noch nicht gesetzt. Es ist keineswegs sicher, dass alle Ingredienzien auf Dauer zur Verfü­gung stehen werden, von denen die Fortset­zung des Erfolgsweges abhängt. Über einen eventuellen Grünen Wahlerfolg 2013 lassen sich deshalb aus der aktuellen Lage nur begrenzt Prognosen ableiten. Zwischen 15 Prozent und 25 Prozent ist alles möglich. Aber für eine Partei, deren Allzeithoch bei einer Bundestags­wahl bisher unter 11 Prozent lag, 2009 erreicht, bedeutete selbst ein Wahlergebnis 2013 im unteren Bereich dieser Spannbreite eine quali­tative Veränderung. Bündnis 90/Die Grünen sind keine kleine Partei mehr, sondern sie sind zu einer mittelgroßen Partei geworden. Zu ei­ner mittelgroßen Partei, die im optimalen Fall in der Lage sein kann, mit Union und SPD einen Dreikampf auf Augenhöhe um die poli­tische Hegemonie im Land auszutragen.</p>
<p>1.1 | Vier Gründe für das „Hoch“</p>
<p>Der aktuelle Grüne Erfolg in Umfragen und Wahlen begann nicht plötzlich, sondern er kam sozusagen mit Anlauf. Bereits seit einigen Jah­ren haben Bündnis 90/Die Grünen in zahlrei­chen Wahlen auf Landesebene zugelegt. In je­der Landtagswahl hatte das natürlich immer spezifische Gründe. Aber es gab dabei auch wichtige Gemeinsamkeiten. Vier will ich her­vorheben.</p>
<p>(1) Der seit 2005 entwickelte und 2008 schließlich innerparteilich von allen Seiten un­terstützte Kurs Grüner Eigenständigkeit hat die Partei aus dem Prokrustesbett des soge­nannten „linken Lagers“ befreit, ohne in in­haltliche Beliebigkeit oder gar politische Äqui­distanz gegenüber Union und SPD zu verfal­len; die größere programmatische Nähe zur SPD blieb eindeutig. Mit dem Kurs Grüner Eigenständigkeit wurde Grüne Verlässlichkeit aber nicht mehr in erster Linie mit Antworten auf die Frage: „Mit wem koaliert Ihr?“ ver­knüpft, sondern mit möglichst klaren Antwor­ten auf die Frage: „Was werdet Ihr tun, wenn Ihr regiert?“ In der Aussage: „Wir sind keine Bindestrich-Grünen!“, nicht rot-grün oder schwarz-grün, sondern Grün, wurde de facto, ohne dass das oft so genannt worden wäre, die Perspektive eines Grünen Lagers eröffnet. Die­ser Kurs stärkte Grünes Selbstbewusstsein. Aus dieser Haltung heraus ließ sich die Diskussion etwa in Hamburg darauf lenken, was bei einer schwarz-grünen Koalition erreicht werden müs­se, statt darauf, ob sie denn überhaupt sein dürfe. Und als in Hamburg das schwarz-grüne Bündnis zerbarst, geschah das nicht deswegen, weil es nie hätte begonnen werden dürfen, sondern weil es nicht (mehr) liefern konnte, was Grüne (sich) versprochen hatten. Der Kurs Grüner Eigenständigkeit öffnete auch Stück für Stück Türen zu Grün für Menschen aus dem selbsterklärten „bürgerlichen“ Lager. Kam der Grüne Zuwachs in Wählerwanderungsana¬lysen früher lange zehnmal so stark von ehe¬maligen SPD-WählerInnen wie von ehemaligen Unions-WählerInnen, so war bei der Landtags¬wahl 2011 in Baden-Württemberg das Verhält¬nis etwa 1:3 (Union:SPD).</p>
<p>(2) Grüne in verschiedenen Bundesländern verankerten sich dort ziemlich systematisch in den spezifischen politischen und gesellschaftli­chen Kulturen, und sie brachten eine gute Anzahl von Führungspersönlichkeiten auf Län­derebene hervor, die in unterschiedlicher Wei­se die Kombination von Grün und Heimat hervorragend personifizierten und mit ihrer persönlichen Ausstrahlung weit über den sonst erreichbaren Bereich hinaus wirkten. Zu nen­nen wären etwa der verstorbene Sepp Daxen­berger in Bayern, Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg, Tarek Al Wazir in Hes­sen, Eveline Lemke in Rheinland-Pfalz, Karo Linnert in Bremen, Sylvia Löhrmann in NRW, Antje Hermenau in Sachsen, Robert Habeck in Schleswig-Holstein, Axel Vogel in Branden­burg. Die Kandidatur von Renate Künast in Berlin gehört auch in diese Reihe.</p>
<p>(3) Thematisch haben sich Grüne in den letzten fünf Jahren verstärkt um Bildungspoli­tik und Wirtschaftspolitik gekümmert. Beides hat das dominierende Grüne Kompetenzprofil in den Bereichen Umwelt, Energie und Klima, Soziales, Bürgerrechte, Integration ergänzt und damit Grüne Attraktivität erhöht. Damit soll nicht behauptet werden, dass besonders viele Menschen Grüne wegen ihrer Wirtschaftspoli­tik wählten. Aber ein verstärktes wirtschafts­politischen Engagement erleichterte es denen, die Grüne aus Gründen der Umwelt- und En­ergiepolitik schon lange gewählt hätten, aber durch Skepsis bezüglich der klassischen „bread and butter issues“ gebremst wurden, dann doch den Schritt zu Grün zu tun. Mit dem Konzept des „Green New Deal“, das sich die Partei erstmals 2008 zu eigen machte und das mak­roökonomische, industriepolitische und sozia­le Fragen verknüpft, gelang es, einen breiteren Bogen für eine eigene ökonomische Reform­politik zu spannen und damit gerade in der Phase der Wirtschafts- und Finanzkrise einen wirtschaftspolitischen Alternativdiskurs zu er­öffnen, dem weder SPD oder Linkspartei noch Union oder FDP etwas Ebenbürtiges entge­genzusetzen hatten. Ansatzweise ging der „Deutschlandplan“ Steinmeiers 2009 in eine vergleichbare Richtung, aber die SPD begriff diesen nie als eine wirkliche Chance. In der Bildungspolitik war die Verknüpfung von indi­vidueller Förderung der Kinder und längerem gemeinsamem Lernen ein erfolgreicher Kurs. Die Fehler, die in diesem Bereich in Hamburg gemacht wurden, brachten das Thema sehr ins Stocken. Erst die flexiblere Schulpolitik Syl­via Löhrmanns in NRW konnte den Schaden begrenzen und erneut Vertrauen begründen.</p>
<p>(4) Die Bundesführung von Bündnis 90/ Die Grünen würde möglicherweise den stren­gen politologischen Kriterien nicht entsprechen, nach denen Raschke/Tils (2011) die Existenz eines strategischen Zentrums bemessen. Aber sie hat, mit Ausnahme des Afghanistan-Son­derparteitages 2007 in Göttingen, bei dem die Führung zerstritten auftrat und dafür abge­straft wurde, ein hohes Maß an Geschlossen­heit und gegenseitige Loyalität nach außen an den Tag gelegt. Manche Umfragen beschei­nigten den Grünen sogar höhere Geschlossen­heit als allen Konkurrenten. Die Rückkehr der Grünen in die Opposition 2005 brachte nicht die Rückkehr in die alten Strömungskriege. Die personelle Vielfalt in der Führung – Rena­te Künast, Claudia Roth, Cem Özdemir und Jürgen Trittin sprechen ja durchaus unterschied­liche Milieus von WählerInnen besonders posi­tiv an – erwies sich als Stärke auf der Basis der Tatsache, dass die generelle Richtung nicht grundsätzlich streitig war. Strategiebildung bei den Grünen muss ohnehin teilweise mit anderen Kriterien beurteilt werden als bei anderen Parteien, weil die starke Einflussnahme durch die Parteibasis auf Parteitagen bei anderen Par­teien keine Entsprechung findet. Auch zwei Spitzenkandidaten, die sich darin völlig einig sind, können, so geschehen vor dem Sommer 2009, nicht gegen die Basis eine Ampel-Koali­tions-Perspektive ins Spiel bringen. Umgekehrt zeigt der Sonderparteitag 2011 zum Atomaus­stieg, wie die ernsthafte öffentliche Debatte mit der Parteibasis ein hohes Maß an Geschlos­senheit schaffen kann, wo zahlreiche Kommen­tatoren noch kurz vorher von drohenden Zer­reißproben schwadronierten. Pointiert könnte man vielleicht sagen: Was derzeit den Grünen abgeht, weil sie nicht auf eine Person zuspit­zen, das gleichen sie an Führungsfähigkeit dadurch aus, dass sie ihre innerparteiliche De­mokratie ernst nehmen.</p>
<p>2 | Grüne Botschaftsdisziplin</p>
<p>Es ist also, seit die Grünen aus der Bundesre­gierung ausscheiden mussten und auch noch Joschka Fischer von Bord ging, einiges richtig gemacht worden, was zu Grünem Zuwachs beigetragen hat. Allerdings wäre der Sprung über die 20-Prozent-Marke wohl kaum ohne die aktive Mithilfe der politischen Konkurrenz so schnell gelungen.</p>
<p>Die SPD, die zur Bundestagswahl 2009 so tat, als seien die Kontroversen um die Schrö­der-Politik längst in den Bereich der Ur- und Frühgeschichte verwiesen worden, wurde tat­sächlich durch ihre innere Zerrissenheit weiterhin massiv behindert. Ihre Marke „Sozial“ ist nach wie vor beschädigt. Erst Olaf Scholz in der besonderen Situation der Ham-burg-Wahl schaffte es, wieder klar über das SPD-25-Prozent-Milieu hinaus attraktiv zu er­scheinen. Bisher steht er damit allein. In NRW, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz re­giert die SPD trotz schlechter Ergebnisse. Eine geschwächte SPD ließ Platz für Grün.</p>
<p>Schwierigkeiten mit der Pflege ihrer tradi­tionellen Marken – „Christlich“ und „Liberal“ – haben auch die Parteien der Regierungskoa­lition. Dazu kommt schlechtes Handwerk an­gesichts enormer Herausforderungen. Es wür­de langweilen, die lange Liste von Fehlleistun­gen, die mit „Mövenpick“ beginnen, hier noch einmal aufzuzählen. Einzeln sind viele davon so oder anders erklärbar. Aber insgesamt er­gibt sich das feste Bild grandioser Orientie­rungslosigkeit und weitgehenden Sinnverlustes. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel etwa in der Europa-Krise immer lange und entschie­den „Nein“ sagt, bis sie dann zuletzt ein biss­chen „Ja“ sagt, zerstört unendlich viel politi­sches Kapital.</p>
<p>Die Linkspartei hat sich, seit Oskar Lafon­taine ihre ostdeutschen Realos mit Gregor Gysis Hilfe besiegte und dann überforderten Diado­chen Platz machte, auf den Weg einer quälen­den Zersetzung begeben.</p>
<p>Gegenüber dieser Konkurrenz konnten die Grünen schon dadurch glänzen, dass sie nichts falsch machten. Doch dann verhalf Angela Merkel den Grünen mit der wahnwitzigen Entscheidung für den Ausstieg aus dem Atom­ausstieg im „Herbst der Entscheidungen“ noch zu einer dreifachen Chance: der Chance, für die Mehrheit der Menschen im Lande zu spre­chen, die keine Laufzeitverlängerung wollten; der Chance, parlamentarische Arbeit mit Be­wegungspolitik zu verbinden und damit the­matisch und sozial Raum zu gewinnen; und vor allem der Chance, zu zeigen, dass es eine Partei gibt, deren Markenkern, deren „brand“ intakt ist, die zu ihren Kernwerten unverbrüch­lich steht, bei der man weiß, was man hat und bekommt.</p>
<p>Die Grünen haben diese Chance genutzt. Sie haben dabei eine Botschaftsdisziplin entwi­ckelt wie sonst zuletzt nur Lafontaines Linke vor der Bundestagswahl 2009. Eine ähnliche Chance bot die Union dann nochmal, in be­grenzterem Umfang, im Zusammenhang mit Stuttgart 21. Wohlgemerkt: Hätten die Grü­nen nicht vorher schon über 30 Jahre für den Atomausstieg und die Wende zu den Erneu­erbaren Energien gekämpft und hätten sie nicht vorher schon 15 Jahre Stuttgart 21 kritisiert, sie hätten nicht eine so hohe Durchschlagskraft entwickeln können. Die Union versuch­te einerseits, mit dem Vorwurf der „Dagegen“-Partei zu punkten, stärkte andererseits die Grünen aber dadurch, dass sie sie zu Haupt­gegnern adelte. Das Ringen zwischen Union und Grünen stand unentschieden, an sich schon bemerkenswert! Die Grünen lagen in Umfra­gen bei 20 Prozent, als Fukushima zum Syno­nym für Katastrophe wurde. Nach Fukushima war die „Dagegen“-Partei offenkundig im Recht – und Angela Merkel konnte sich nur noch aussuchen, wie sie verlieren wollte, schnell und unglaubwürdig oder quälend und sich selbst lähmend.</p>
<p>3 | Grüne geben Richtung</p>
<p>Manche Kommentatoren rechnen nun damit, dass die Themenkonjunktur für die Atompoli­tik abflaut und das baden-württembergische S21-Hoch sich sogar zu einer Belastung für Grün wandeln wird. Deswegen sagen sie ab­nehmende Grüne Ergebnisse voraus. Zugege­ben, das ist möglich. Selbstverständlich ist es nicht.</p>
<p>Die Grünen haben in der Atompolitik his­torisch Recht behalten. Der Sonderparteitag hat das festgeschrieben. Alle Parteien haben das nolens volens quittiert. Das Thema wird gewiss konjunkturell an Aufmerksamkeit ver­lieren, aber jeder kleine, regionale Konflikt um die Umsetzung des Atomausstiegs aktualisiert erneut den größeren Zusammenhang. Zudem ist Grüne Energiepolitik auch profilierte Ein­stiegspolitik in die Erneuerbaren Energien. Schließlich aber, und das ist von enormer stra­tegischer Bedeutung: Mit dem durchgesetzten Atomausstieg haben sich die Grünen als Partei erwiesen, die in der Lage ist, in einer Frage von zentraler ökonomischer und politischer Bedeutung gegen massivste Widerstände dem Land eine zukunftsfähige Richtung zu weisen. Das bedeutet ein riesengroßes Pfund angesichts der allgemeinen Suche nach Richtung! Grüne haben sich in einer langen, fundamentalen Auseinandersetzung als vertrauenswürdig erwie­sen. Dadurch sind sie in eine andere Liga auf­gestiegen. Oder, um es im Bild von einer Fuß­ballmannschaft zu sagen, sie kommen jetzt als Führungsspieler in Betracht. Das kann ein Auf und Ab von Themenkonjunkturen mehr als ausgleichen.</p>
<p>Mit Blick auf Stuttgart 21 hängt viel dar­an, wie der weitere Konflikt formatiert wird. Bleibt es eine Ja-Nein-Frage zu einem konkre­ten Projekt, haben Grüne nichts zu gewin­nen. Gelingt es aber, den Fokus darauf zu setzen, dass in einer Demokratie das Volk aktiv und angemessen beteiligt werden muss und gegebenenfalls auch ein Urteil zu spre­chen hat, und kann Ministerpräsident Kretsch­mann das mit seinem Grundthema der „Poli­tik des Gehörtwerdens“ verbinden, dann müs­sen die Grünen daran keinen großen Schaden nehmen.</p>
<p>Umgekehrt erwächst Grün aus der domi­nierenden Rolle in der Stuttgarter Landesre­gierung neues Potential. Winfried Kretschmann hat im neuen Amt etwa zur Automobilindus­trie noch nichts gesagt, was Grüne nicht vorher, ihn selbst eingeschlossen, schon sehr oft ge­sagt hatten. Weil er es aber jetzt als Minister­präsident sagt, trägt der Schall weiter. Bun­desweit. Natürlich hat auch Jürgen Trittin als Umweltminister de facto Wirtschaftspolitik gemacht. Aber nun haben Grüne mit Kretsch­mann und Eveline Lemke in Mainz erstmals zwei Regierungsleute, die explizit für Wirt­schaft verantwortlich sind. Darin sehe ich Chan­cen.</p>
<p>Es hat in Baden-Württemberg bei den 24,2 Prozent, die Grün gewählt haben, sicher auch solche gegeben, die nicht aus gefestigten pro­grammatischen Gründen abstimmten, sondern weil sie schlicht, nachdem sie von CDU/SPD/ FDP enttäuscht waren, bevor sie vielleicht gar nicht mehr zur Wahl gehen, es noch einmal mit den Grünen probieren wollten. „Vielleicht sind die ja anders.“ Diese Menschen müssen von den Grünen eigentlich erst noch gewon­nen werden, nachdem sie ihre Stimme schon haben. Vielleicht springen sie aber wieder ab, so dass bzw. wenn in Berlin die grünen Bäume nicht in den Himmel wachsen. Mit Blick auf 2013, und dieses Datum stürzt schon auf uns zu, werden Bündnis 90/Die Grünen gewiss nicht erfolgreich sein, wenn sie versuchen sollten, die jetzigen guten Zahlen irgendwie über die Zeit zu retten. Wenn je­mand sich als Führungsspieler bewirbt, wer­den auch höhere Anforderungen an ihn ge­stellt. Erfüllt er die nicht, ist man rasch wieder ins 2. Glied versetzt.</p>
<p>Falsch machen könnte man in der Lage der Grünen viel. Zum Beispiel schon mal anfan­gen, sich intern um später zu vergebende Pos­ten so zu rangeln, dass es nach außen unange­nehm auffällt. Oder auf parteiinterne Nabel­schau zu setzen, weil man sich lange davor drücken will zu entscheiden, welche Spitzenkan­didatInnen 2013 ganz vorne stehen sollen. Oder Widersprüche in der eigenen Politik nicht the­matisieren. Oder die heißen thematischen Ei­sen nicht anpacken, die nicht nur unter Fach­leuten konzeptionell besprochen, sondern auch öffentlich erörtert werden müssen, bevor man mit dem Regieren anfangen kann. Der schwie­rigste Brocken wird sein: die Haushaltspolitik unter den Bedingungen schwarz-gelber Hinter­lassenschaft und der Schuldenbremse. Falsch wäre es, jetzt die Arme nicht weit zu öffnen für alle, die mitmachen wollen, auch wenn sie nicht schon ganz parteigrün durchgefärbt sind. Die Grünen haben gar nicht genug Leute für die ganze Arbeit, die vor ihnen liegt, und sie sollten auch frischen Gesichtern Platz geben. Falsch wäre es auch, kontroverse Positionen hintanzustellen, nur weil doch jetzt auch ver­mehrt „bürgerliche“ Leute überlegen uns zu wählen. Damit würde man das Wertvollste, die eigene Glaubwürdigkeit, misshandeln.</p>
<p>Die Bundeskanzlerin hat nur eine Chance, 2013 ihre Amtszeit zu verlängern, wenn sie SPD und Grüne gegen einander ausspielen und vielleicht auch noch nahe legen kann, dass 2013 rot-grün-rot zur Wahl stünde. Konkurrenz und Eifersüchteleien gibt es zwischen Grün und Rot genug, um daraus falsche Konflikte zu basteln. Kein schönes Beispiel ist, wie sich in Berlin SPD und Grüne gegenseitig mit dem Vorwurf sekkie­ren, eigentlich mit der CDU regieren zu wollen. Es wäre falsch, solche Sachen treiben zu lassen. Man könnte viel falsch machen, aber man muss natürlich nicht. Man muss aber, und das deut­lich vor 2013, etwas richtig machen: nämlich eine Antwort auf die tiefe Krise Europas fin-den. Wahrscheinlich kann man nicht solche Demonstrationen für Eurobonds und Finanz­transaktionssteuer machen wie gegen AKW-Verlängerung. Doch ob Deutschland die ihm zukommende Führungsverantwortung in der EU wahrnimmt, das ist, nachdem das Atom­thema zwar nicht erledigt, aber geklärt ist, das große Streit- und Orientierungsthema bis 2013. Darüber die Menschen zu informieren und dafür zu motivieren und zu mobilisieren – wer das am besten hinbekommt, der kann 2013 Orientierung bieten.</p>
<p>Darüber die Menschen zu informieren und dafür zu motivieren und zu mobilisieren – wer das am besten hinbekommt, der kann 2013 Orientierung bieten.</p>
<p>Literatur</p>
<p>Raschke, Joachim/Tils, Ralf 2011: Politik braucht Strategie – Taktik hat sie genug. Frank­furt/M.</p>
<p>Dieser Text ist in Heft 3/2011, S. 135.140, des Forschungsjournal Soziale Bewegungen (<a title="blocked::http://www.forschungsjournal.de/" href="http://www.forschungsjournal.de/">www.forschungsjournal.de</a>) erschienen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Green New Deal: aber wie?</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 13:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Europaparl]]></category>
		<category><![CDATA[Green New Deal]]></category>
		<category><![CDATA[Greens]]></category>
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		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Beitrag aus dem Jahrbuch Ökologie 2012: Der Green New Deal ist eine Transformationsstrategie, deren Aktualität unvermindert gilt. Aber er ist so etwas wie eine verheißungsvolle, sogar Sieg versprechende Revolution, die ihr revolutionäres Subjekt noch sucht.  Es gibt zwar ein gut begründbares Vorhaben und beeindruckend viele Ansätze, aber es gibt kein hinreichend starkes Narrativ. Der Green New Deal ist nicht so sehr eine Idee, die die Massen ergreifen könnte, sondern mehr ein Konzept. Die vierte Dimension des Green New Deal, neben der makro-ökonomischen, der industriepolitischen und der sozialen, nämlich die kulturelle, die lebensweltliche Dimension, ist unterentwickelt. Mein Fazit: Wir müssen den Green New Deal fundamentaler erzählen als bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="189">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><em>Reinhard Bütikofer </em>&nbsp;</p>
<p>Beitrag aus dem<a href="http://jahrbuch-oekologie.de/inhalt2012.htm"> Jahrbuch Ökologie 2012 (Hrsg. Prof. Simonis et al.)</a>: Green New Deal: aber wie?</p>
<p><em><br />
</em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="301">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><strong>Green New   Deal: aber wie? </strong>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="495">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Der Green New Deal ist eine   Transformationsstrategie hoher Aktualität, eine Sieg verheißende Revolution,   die ihr revolutionäres Subjekt aber noch sucht. Es besteht trotz beeindruckend   vieler Ansätze eine strategische Lücke, die erst noch geschlos­sen werden   muss.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Im   September 2010 fand in Malaysia mit offizieller Unterstützung der Regierung   ein Green-New-Deal-Kongress statt. Dieses Jahr kommt wieder einer. Hoppla,   dachte ich, als ich das Titelblatt der Einladung dazu sah. Bei näherer   Betrachtung legte sich die beginnende Begeiste­rung wieder: Tatsächlich   handelte es sich um eine „International Greentech &amp; Eco Products   Exhibition &amp; Conference“.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="507">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Was sagt das, wenn der Green New Deal als   Werbeslogan ge­braucht wird? Zeigt es die Kraft des Konzepts, oder spricht es   dafür, dass sich diese Parole wunderbar als Allerweltsverpackung für grün   aufgehübschtes Business-as-usual verwenden lässt? Material für zeit­geistig   gewiefte Public Relations-Manager und Spin-Doktoren?&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="175">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><strong>Erwartungen … </strong>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Als die Europäischen Grünen sich im   Europawahlkampf des Jahres 2009 verabredeten, den „Green New Deal“ ins   Zentrum ihres pro­grammatischen Angebots zu rücken, geschah das in der   Hoffnung, damit eine neue, hegemonie-fähige Antwort auf die offenkundige,   dreifache Krisensituation zu geben: auf die Finanzkrise, die ökologi­sche   Krise und die mit beiden verbundene soziale Krise. Als Wahl­kampfkonzept   funktionierte das und die deutlich gestärkt aus jener Wahl hervorgegangene   grüne Europafraktion hat den Green New Deal seither auch als einen   Schwerpunkt ihrer Arbeit weiter verfolgt. Doch von Hegemonie kann bei weitem   keine Rede sein.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="185">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>&#8230; und Realitäten </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Die Antwort der Europäischen Union auf die   Krise heißt „EU 2020“-Strategie. Darin finden sich zahlreiche Anleihen aus   dem Arsenal des Green New Deal, aber die Strategie bleibt so halbherzig wie   früher die sogenannte Lissabon-Strategie war. Halbherzig in den Zielen,   halbher­zig in der Umsetzung, halbherzig auch dann, wenn das Europäische   Parlament einen schönen Green-Jobs-Bericht verabschiedet. Denn der Bericht   bleibt Papier.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="189">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Jahrbuch Ökologie 2012</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Der Haushaltsentwurf der Europäischen Union   für das Jahr 2012 enthält auch nicht ansatzweise die Ausgabeprioritäten, die   sich eigent­lich aus der EU-2020-Strategie im Bereich der Energiepolitik   ergeben müssten. Gleichzeitig blockieren die EU-Mitgliedsländer halbwegs   ehrgeizige klimapolitische Ziele der Union. Die Europäische Kommis­sion   kuscht; das Europäische Parlament benennt zwar höhere Ziele, hat aber die   Kraft nicht, dafür zu kämpfen; die Öffentlichkeit findet das alles gerade   nicht interessant. Green New Deal? Eher Grey Old Status Quo.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="140">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><strong>Die USA … </strong>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Green-New-Deal-Erwartungen haben sich auch   anderenorts als über­höht erwiesen. Die USA wollen im zweiten Jahr von Obamas   Amtszeit weniger von einem Green-New-Deal-Aufbruch wissen, als dessen   Wahlkampf und Regierungsbeginn zu versprechen schienen. Die Ent­täuschung ist   entsprechend groß. Klimapolitik: nächste Frage. Green Jobs: war mal so ´ne   Idee. Makro-ökonomische Re-Regulierung: Wall Street ist gerade dabei zu   zersetzen, was das Dodd-Frank-Gesetz an Erneuerung zustande brachte. Soziale   Kohäsion: Schlimmer war es seit Jahrzehnten nicht.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="155">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>… und China </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ex oriente lux? Auch nicht. Chinas 12.   Fünf-Jahres-Plan setzt ehrgeizi­ge grüne Ziele beim Ausbau Erneuerbarer   Energien. Schon jetzt hat das Land in diesem Bereich als Produzent den Rest   der Welt hinter sich gelassen. Doch insgesamt hat sich, „harmonische“   Gesellschaft hin oder her, am „GNP-ism“, am Glauben an das   Bruttosozialprodukt als zentrale Wachstumsphilosophie kaum etwas geändert.   Und in den ersten Monaten des Jahres 2011 hat sich die Energieintensität des   chi­nesischen Wirtschaftswachstums wieder erhöht.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="162">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>Zwischenfazit </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="510">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">War der globale Green New Deal also ein Traum, der wieder   zerron­nen ist? Nein, das auch nicht. Der Green New Deal ist eine Transfor­mationsstrategie,   deren Aktualität unvermindert gilt. Aber er ist so etwas wie eine   verheißungsvolle, sogar Sieg versprechende Revolution, die ihr revolutionäres   Subjekt noch sucht.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Einzelne Avantgarden, die eine solche Transformation   anführen möchten, sind durchaus auszumachen. Und das nicht nur bei NGOs oder   in der Politik, sondern auch in Verwaltungen, unter Forschern,</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">gar in der Wirtschaft. Wenn man es erst einmal in den   Blick fasst, fin­det man sogar beeindruckend viele   Ansätze, Projekte, Beiträge, die zu einem Green New Deal gehören. Aber es   gelingt noch nicht, sie strate­gisch wirksam zu verknüpfen.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="203">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>Strategische Lücke </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Als   Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Rohstoffstra­tegie liegt   mir das Thema Rohstoffe besonders am Herzen. Einige Bei­spiele aus diesem   Bereich sollen daher hier als Anschauungsmaterial dafür dienen, wo ich die   strategische Lücke sehe.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Das United Nations Environmental Programme hat   im Mai 2011 ei­ne Studie des International Resource Panel veröffentlicht, in   der unter anderem die Frage untersucht worden ist, wie stark 60 verschiedene   Metalle global im Gebrauch sind und wie stark sie wiederverwertet werden   (UNEP 2011). Für gerade einmal 18 von ihnen kommen die Forscher auf   Recycling-Raten von über 50 %; bei den weitaus meisten dagegen liegen sie   unter 1 %. Für eine Politik, die qua Green New Deal den Übergang zu einer   kohlenstoff-armen Wirtschaft betreiben will, ergibt sich da ein weites   Handlungsfeld.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Die Wissenschaftler plädieren für eine   Kreislaufwirtschaft als Kern­antwort, benennen Forschung und Entwicklung, den   Stopp illegalen Abfallexports und die Weiterentwicklung der   Recycling-Regulierung als dringende Aufgaben. Sie treffen sich   interessanterweise bei diesen Schlussfolgerungen ganz gut mit Forderungen,   die der Verband der europäischen Nicht-Eisen-Metall-Industrie, Eurometaux, an   die Politik stellt. Auch Umweltverbände wie das Europäische Umweltbüro (EEB)   sind sehr sachkundig dabei, eine solche Agenda zu befördern. Doch ob es   gelingt, im September 2011 im Europäischen Parlament eine Stel­lungnahme zur   EU-Rohstoffstrategie zu beschließen, die diesem öko­logisch-innovativen   Denken folgt oder ob der Widerstand obsiegt, der ökologische Innovation als   Wirtschaftsrisiko sieht beziehungsweise schlicht entgegenstehende Interessen   unter Schutz stellen will, das ist trotz dieser sich ergänzenden Beiträge so   unterschiedlicher Akteure ungewiss. Und ungewiss ist auch, ob gegebenenfalls   aus einem Be­schluss des Europäischen Parlamentes dann für das Handeln der   Mit­gliedstaaten, auf die es ja ankommt, praktische Konsequenzen folgen.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="138">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>Was fehlt? </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Was also fehlt? Es gibt zwar ein gut   begründbares Vorhaben, aber es gibt kein hinreichend starkes Narrativ. Der   Green New Deal ist nicht</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="189">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506" height="98">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">so sehr eine Idee, die die Massen ergreifen   könnte, sondern mehr ein Konzept. Die vierte Dimension des Green New Deal,   neben der mak­ro-ökonomischen, der industriepolitischen und der sozialen,   nämlich die kulturelle, die lebensweltliche Dimension, ist unterentwickelt.   Der Green New Deal erscheint zu wenig als konkrete Antwort auf die Fra­ge:   Wie wollen wir leben? Der Green New Deal drückt nicht Bewe­gung aus, sondern   Management. Heiße Herzen mobilisiert er nicht ebenso wie kühle Rechner. Er   ist zu wenig emotionalisierbar und nicht besonders massentauglich.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ich bin ein Fan des Green New Deal, nach wie   vor. Aber wir müs­sen ihn anders anpacken, wenn wir ihn hegemonial machen   wollen. Die Tatsache, dass etliche in der Öko-Familie vom Green New Deal   wieder lieber weg wollen und zurück zur großen Erzählung von den Grenzen des   Wachstums, ist ein Hinweis auf das entscheidende Man­ko. Wir müssen den Green   New Deal fundamentaler erzählen als bis­her. Geht das? Den Versuch ist es wert.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="122">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="554">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="502">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="346">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
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		<title>Gute Ratschläge für den Wahlkampf in Schleswig-Holstein!</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 13:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Von der BDK:
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Von der BDK:
<a href='http://reinhardbuetikofer.eu/2011/12/06/gute-ratschlage-fur-den-wahlkampf-in-schleswig-holstein-2/new-image/' title='Gute Ratschläge für den Wahlkampf in Schleswig-Holstein '><img width="150" height="150" src="http://reinhardbuetikofer.eu/wp-content/uploads/2011/12/New-Image-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Gute Ratschläge für den Wahlkampf in Schleswig-Holstein" title="Gute Ratschläge für den Wahlkampf in Schleswig-Holstein" /></a>
<a href='http://reinhardbuetikofer.eu/2011/12/06/gute-ratschlage-fur-den-wahlkampf-in-schleswig-holstein-2/new-image2/' title='Gute Ratschläge für den Wahlkampf in Schleswig-Holstein 2'><img width="150" height="150" src="http://reinhardbuetikofer.eu/wp-content/uploads/2011/12/New-Image2-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Gute Ratschläge für den Wahlkampf in Schleswig-Holstein 2" title="Gute Ratschläge für den Wahlkampf in Schleswig-Holstein 2" /></a>
</p>
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		<title>Kernfusion: Das Geld wird dringender gebraucht</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 15:19:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[bütis woche]]></category>
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		<category><![CDATA[Pressemitteilung; Presse]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Haushaltsausschüsse des Landtages Mecklenburg-Vorpommern und des Europaparlaments stimmen über eine weitere Budgeterhöhung für die Fusionsforschung ab. Forschung zu Erneuerbaren Energien und Energieffizienz bleibt dabei auf der Strecke. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Zur Abstimmung zur Fusionsforschung in den Haushaltsausschüssen des Landtages Mecklenburg-Vorpommern und des Europäischen Parlaments erklären Johannes Saalfeld, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag und Reinhard Bütikofer, Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments:</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Vergangene Woche hat der Finanzausschuss des Schweriner Landtags zusätzlich knapp 800.000 Euro für das Wendelstein 7-X Experiment bewilligt. Da Mecklenburg-Vorpommern nur 10 Prozent der Gesamtkosten trägt, belaufen sich die außerplanmäßigen Mehrausgaben in diesem Jahr auf insgesamt knapp 8 Mio. Euro. Weitere Steigerungen in den nächsten Jahren sind wahrscheinlich. In unserem Bundesland werden mehr öffentliche Gelder für die Erforschung der Kernfusion als für die Erforschung der Erneuerbaren Energien ausgegeben. Das ist doch absurd! Schließlich braucht zum Beispiel die heimische Windkraftbranche dringend Unterstützung bei der Erforschung und Weiterentwicklung der regenerativen Techniken, um wettbewerbsfähig zu bleiben&#8221;, so Johannes Saalfeld.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Grünen zeigen sich zudem skeptisch, ob die sehr teure Kernfusionsforschung überhaupt ihre Versprechungen erfüllen kann. Saalfeld erinnert daran, dass 1961 auf dem ersten Fusionsforschungskongress in Salzburg bereits versprochen wurde, dass in den 1980er Jahren die Technik zur Verfügung stünde. Heute rechnet niemand ernsthaft vor dem Jahr 2050 mit der wirtschaftlichen Erstnutzung. &#8220;Viel zu spät, viel zu teuer, viel zu unsicher&#8221;, so Saalfeld.</p>
<p style="text-align: justify;">„Ein Fass ohne Boden ist auch das Fusionsprojekt ITER in Frankreich. Für die nächsten zwei Jahre werden zusätzlich 1,3 Milliarden Euro benötigt. Insgesamt wird ITER mindestens 16 Milliarden Euro kosten. Seit dem Start des Projekts sind die Kosten für die EU um mehr als 250 Prozent auf mittlerweile 7,2 Milliarden Euro gestiegen“, stellt Reinhard Bütikofer fest.</p>
<p style="text-align: justify;">„Die Forschung zur Kernfusion ist keine Grundlage für ein modernes Energiekonzept, im Gegenteil. Die Fusionsforschung kommt nicht nur zu spät, um einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten, sondern sie bindet große Teile des europäischen Forschungsbudgets auf Kosten der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz“, so Bütikofer.  „Dabei müsste insbesondere in diesen Bereichen ein Schwerpunkt gesetzt werden.“</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Dual Use: Exportkontrolle ohne Zähne</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 08:44:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparl]]></category>
		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass menschenrechtliche Erwägungen beim Export neuer Kommunikationstechnologien bisher kaum eine Rolle spielen, zeigen die geplanten Regelungen der EU zum Export von Gütern mit zivil-militärischem Verwendungszweck.


]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Artikel aus der Zeitschrift »Blätter« 12/2011:  ( photo credit : Markus Merz (FlickR)</p>
<h2>Dual Use: Exportkontrolle ohne Zähne</h2>
<p><span style="font-weight: bold;">von </span><span style="font-weight: bold;">Reinhard Bütikofer</span></p>
<div>
<p>Soziale Netzwerke, Mobiltelefone und das Internet spielen in den  Demokratiebewegungen des 21. Jahrhunderts eine zentrale Rolle. Das zeigten die  Massenproteste im Iran ebenso wie die arabische Rebellion. Hillary Clinton  bezeichnete diese Technologien gar als „<em>freedom technologies</em>“: In ihrer  Verbreitung sieht sie eine menschenrechtsorientierte Außenpolitik.<span><sup><sup>[1]</sup></sup></span></p>
<p>Doch mit der Ausbreitung der neuen Kommunikationstechnologien wächst in  vielen Staaten zugleich die Nachfrage nach entsprechender Überwachungstechnik.  Dass bei deren Export menschenrechtliche Erwägungen bisher kaum eine Rolle  spielen, zeigen die geplanten Regelungen der Europäischen Union zum Export von  Gütern mit doppeltem, das heißt zivil-militärischem, Verwendungszweck (<em>Dual  Use</em>).</p>
<p>Auf den ersten Blick scheinen viele dieser Güter harmlos. Doch schon wenige  Beispiele zeigen die Brisanz, die etwa hinter harmlosen Telefonanlagen stecken  kann. Denn sie lassen sich auch dazu verwenden, massenhaft Freiheits- und  Bürgerrechte zu verletzen, Menschen zu inhaftieren, zu foltern und zu töten.  Konkret geht es dabei um das Leben von Menschen, hinter deren Protest sich  unsere Regierungschefs, Außenminister und auch die EU-Außenbeauftragte Catherine  Ashton täglich mit starker Stimme stellen.</p>
<p>Das Unternehmen Nokia Siemens Networks (NSN), ein Joint Venture der deutschen  Siemens AG mit dem finnischen Nokia Konzern, hatte vor der gescheiterten  Protestwelle im Iran während der Jahreswende 2009/2010 ein Handy-Netzwerk samt  sogenanntem <em>Lawful Interception Gateway</em> (LIG) und einem <em>Monitoring  Centre</em> geliefert.<span><sup><sup>[2]</sup></sup></span> Mit beiden Systemen  lässt sich praktisch unbegrenzt Handy- und Internetkommunikation überwachen.  Während und nach dem Massenprotest war auffällig, wie gezielt, schnell und vor  allem massenhaft die iranischen Sicherheitskräfte die Protestler fassen konnten.  Anwälte der Inhaftierten berichteten alsbald von Handy- und Internetdaten, die  die Ankläger des Regimes als Belastungsmaterial vorlegten. Einmal identifiziert,  wurden viele Protestler aber auch umgehend verschleppt und ermordet. Viele der  Gefangenen wurden gefoltert und ungewöhnlich viele zum Tode durch den Strang  verurteilt – vermutlich nicht zuletzt zu Abschreckungszwecken.</p>
<p>Hier zeigt sich, welche fatalen Folgen der Export von <em>Dual-Use</em>-Gütern  zeitigen kann. Die europäischen Unternehmen exportieren solche  Überwachungssysteme mitunter in Länder, in denen es weder Demokratie noch  Rechtsstaat gibt, dafür aber allmächtige Sicherheitsdienste. So lieferte die  Firma Gamma Deutschland die Software Finisher an die ägyptische  Staatssicherheit, die damals noch im Dienst des inzwischen gestürzten Hosni  Mubarak stand. Diese Software hilft, das Internet systematisch zu überwachen und  die Namen oder Identitäten anonymer Blogger herauszufinden. Journalisten des MDR  haben nachgewiesen, wie mithilfe von Finisher Anti-Mubarak-Aktivisten  identifiziert und verhaftet wurden. Dass Finisher sogar den  Internettelefondienst Skype überwachen konnte, war den Aktivisten nicht klar.  Einigen von ihnen wurde dies zum Verhängnis: Sie wurden gefoltert, andere  starben in Haft. Gamma Deutschland hat an dem Export etwa 400 000 Euro verdient  – das Geschäft war legal.<span><sup><sup>[3]</sup></sup></span></p>
<p>Auch das Unternehmen Trovicor GmbH beteiligt sich an derartigen  Exportgeschäften. Die Firma wirbt auf ihrer Webseite mit dem Slogan: „Die Welt  zu einem sicheren Ort machen“. Weiter heißt es dort: „In der heutigen Welt  erfordern Bedrohungen der persönlichen und nationalen Sicherheit schnelles  Handeln. Die Lösungen müssen den rapide wachsenden Telekommunikationsmarkt und  seinen sich stetig ändernden Trends und Technologien reflektieren.“ Al Khanjar,  ein 39jähriger Lehrer aus Bahrain, wurde als eine solche Bedrohung der  nationalen Sicherheit eingestuft, verhaftet, geschlagen und monatelang gefangen  gehalten. Seine Identifizierung als Regimekritiker war möglich, weil Trovicor in  Kooperation mit Nokia Siemens Networks entsprechende Technologie an die Behörden  geliefert hatte.<span><sup><sup>[4]</sup></sup></span></p>
<p>Hierzulande wird derzeit über den geplanten Export von 200  Leopard-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien diskutiert. Das Land hatte mit seinen  Panzern dem Regime in Bahrain bei der gewaltsamen Niederschlagung des Protestes  geholfen. Doch sind eigentlich Leopard-Panzer effektiver bei der Niederschlagung  einer Demokratiebewegung als Spionagesoftware, ebenfalls aus deutscher  Produktion? Auch Güter, deren militärischer oder sicherheitspolitischer Nutzen  sich dem Laien nicht auf Anhieb erschließt, können in menschenrechtlicher  Hinsicht eine fatale Wirkung entfalten.</p>
<h4>Ausweitung des EU-Exportregimes</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zu fragen ist, ob nationale und europäische Exportrichtlinien nicht die oben  genannten Exporte hätten verhindern müssen. Müsste die Europäische Union, die  nun viel Geld aufwendet, um die Demokratiebewegungen in Nordafrika mit einem  Marshall-Plan zu stützen, nicht zuerst versuchen, Lücken bei der Kontrolle des  EU-Außenhandels zu schließen?</p>
<p>Die Europäische Kommission wacht laut EU-Vertrag über den EU-Außenhandel.  Bereits in der 90er Jahren hat sie die Bedeutung von <em>Dual-Use</em>-Gütern  erkannt. Immerhin machen diese Güter zehn Prozent des gesamten Außenhandels der  EU-Staaten aus.<span><sup><sup>[5]</sup></sup></span></p>
<p>Im Jahr 2000 trat mit Verordnung 1334/2000 ein EU-Exportregime für Güter mit  doppeltem Verwendungszweck in Kraft. Dieses sollte den Export von zehn  Güterkategorien – angefangen von nuklearem Material bis hin zu  Hochleistungscomputern sowie Produkten der Telekommunikation und der Luft- und  Raumfahrt – regeln. Das Ziel war hier jedoch nicht in erster Linie die Kontrolle  oder die gezielte Steuerung der Exportaktivitäten, sondern der möglichst  ungehinderte Handel mit diesen Gütern – allerdings nur zwischen den sechs  „befreundeten“ Nationen Australien, Kanada, Japan, Neuseeland, Norwegen, der  Schweiz und den USA. Da es hier nur um die Vereinheitlichung und Reduzierung  nationaler Exportregeln und unnötiger bürokratischer Hürden zwischen diesen,  allesamt demokratischen Ländern ging, war und ist an der Präferenz für den  freien Handel nichts auszusetzen.</p>
<p>Erst ab 2008 befasste sich die Europäische Kommission erstmals mit dem Export  von sensiblen Gütern an autoritäre und nicht-demokratische Staaten und schlug  eine massive Ausweitung des bis dahin bestehenden Regimes auf Länder wie China,  Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Malaysia usw. vor. Die Liste der  Kommission umfasste auch Länder, die keinerlei Abkommen im Bereich der  Nicht-Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen unterzeichnet hatten, wie  etwa Israel und Indien. Hinsichtlich der Güter beschränkte sich der  Kommissionsentwurf auf sechs Kategorien und variierte je nach Güterkategorie  noch einmal die Liste der möglichen Importländer.</p>
<p>Auf Menschenrechts- und Demokratieklauseln oder strikte Kontrollmechanismen  vor dem Export verzichtete die Europäische Kommission in ihrem Entwurf hingegen  völlig. Entweder war sie sich der Wirkungskraft dieser Exportgüter nicht bewusst  oder sie nahm das Risiko bewusst in Kauf. Fakt ist, dass der Vorschlag der  Kommission exakt dem System glich, das die Mitgliedstaaten bei den sechs  befreundeten Nationen anwandten, ganz so als gäbe es keine Unterschiede in der  Menschenrechts- und Außenpolitik der EU gegenüber China oder den USA. Immerhin  einige wenige Mitgliedstaaten sahen dies als ein Problem. So forderten etwa die  Niederlande und Dänemark in der zuständigen Ratsarbeitsgruppe, systematische  Vorabkontrollen einzuführen und einige besonders problematische Länder von der  Liste zu streichen.</p>
<h4>Keine Mehrheiten für Menschenrechte</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aufgrund der zähen Verhandlungen zwischen Kommission und einigen  Mitgliedstaaten bekam das Europäische Parlament den Kommissionsentwurf erst im  Frühjahr 2010 auf den Tisch. Dabei fand der Vorschlag der grünen Fraktion im  Europäischen Parlament, Vorabkontrollen für alle Güterkategorien einzuführen, im  außenpolitischen Ausschuss die breite Zustimmung aller Fraktionen – von sehr  weit rechts bis sehr weit links. Motiviert durch den Fall von Nokia Siemens  Networks, der auch im Unterausschuss Menschenrechte in einer Anhörung  thematisiert wurde, fügten sie ihrem Vorschlag einen Passus zu Menschen- und  Bürgerrechten hinzu, der den Export von Produkten der Telekommunikation strikt  konditionieren sollte.<span><sup><sup>[6]</sup></sup></span></p>
<p>Doch in der späteren Abstimmung im Handelsausschuss wurde deutlich, welchen  zentralen Stellenwert Teile des Ausschusses dem Handel gegenüber  menschenrechtlichen Erwägungen beimessen: Mit 14 zu 12 Stimmen wurde nur ein  knappes Votum für die Einführung von strikteren Exportregeln erreicht. Aus  diesem Grund weigerte sich der Verhandlungsführer der konservativen Fraktion,  Daniel Caspary von der schwäbischen CDU, das Ergebnis als Mandat des  Außenhandelsausschusses für Verhandlungen mit Rat und Kommission anzusehen und  forderte eine erneute Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments.</p>
<p>Dass dieses schließlich am 5. April 2011 das Vorhaben der Vorabkontrollen  aufgab und damit die Position der Ausschussmehrheiten revidierte, muss auch auf  das Wirken deutscher Politiker zurückgeführt werden. So wandte sich der damalige  Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) vor der Plenarabstimmung am 25. März  2011 in einem Brief an die deutschen Abgeordneten. In diesem machte er deutlich,  dass es um den Export von Gütern für „unkritische Zwecke“ gehe. Mit der  Vorabkontrolle würde man außerdem das „Ziel der Verfahrenserleichterung“  verfehlen, da sie für „Exporteure und die Verwaltung mit erheblichen  bürokratischen Belastungen verbunden“ sei. Die Annahme der Änderungsanträge  würde daher laut Minister Brüderle die deutsche Exportwirtschaft weiter  schwächen und das allgemeine Ziel der Europäischen Union, Verwaltungslasten und  Bürokratiekosten zu minimieren, in Frage stellen. Mit 15 Stimmen Mehrheit folgte  das Plenum dieser Argumentation.</p>
<p>Die neue Parlamentsposition schließlich schwächte auch die kritischen Stimmen  im Rat: Auch dort wurde die Forderung nach einer Vorabkontrolle aufgegeben.  Einmal mehr siegten so Handelsinteressen gegenüber demokratischer Solidarität  und außenpolitischer Vorsicht. Der Einführung eines zahnlosen und damit  unverantwortlichen Exportregimes stand damit nichts mehr im Weg.</p>
<p>Die darauf folgenden Verhandlungen mit Rat und Kommission waren in Windeseile  beendet, da es zwischen den drei Institutionen bereits zu Verhandlungsbeginn  keine Differenzen mehr gab. Nach dem Wegfall der strengen Vorabkontrollen  akzeptierten Rat und Kommission auch die ursprünglich von den Grünen  eingebrachte Menschenrechtsklausel für Telekommunikationstechnologie. Schnell  war man sich einig, dass Exporte von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck in  Länder mit Waffenembargos des EU-Rates, der OSZE oder der UN von nun an verboten  sein sollen.<span><sup><sup>[7]</sup></sup></span> Am 27. September 2011  nahm das Parlament dieses Schrumpfergebnis an und beendete das Verfahren mit  einer Einigung in erster Lesung.</p>
<p>Unterdessen denkt Handelskommissar De Gucht in einem Grünbuch bereits über  die Zukunft der EU-Exportkontrolle nach. Im Januar 2012 will er konkrete  Vorschläge machen.<span><sup><sup>[8]</sup></sup></span> Dem Kommissar schwebt  ein integriertes EU-System vor, das eine gemeinsame Risikobewertung, eine  dezentrale Organisation der Ausfuhrkontrolle, ein Informationsaustauschsystem  sowie europaweite Instrumente zur Identifizierung verdächtiger Vorgänge umfassen  soll.<span><sup><sup>[9]</sup></sup></span> Alle vier Elemente  waren bisher aus Gründen der nationalen Sicherheit unter der Kontrolle der  jeweiligen Hauptstädte verblieben.</p>
<p>Doch schon jetzt stößt de Gucht mit seinen Gedankenspielen auf den Widerstand  der deutschen Bundesregierung. Diese machte Ende Oktober in einer Stellungnahme  an die EU-Kommission unmissverständlich deutlich, dass ihr die deutsche  Exportindustrie wichtiger ist als eine erneute Reform der Ausfuhrkontrollen für  <em>Dual-Use</em>-Güter. Einer damit verbundenen Abgabe von Kompetenzen an die EU  oder einer zukünftigen Harmonisierung der EU-Exportkontrollen erteilte sie damit  bereits im Vorfeld eine Absage. Stattdessen favorisiert sie Vorschläge, die auf  Bürokratieabbau und verbesserte Ausfuhrmöglichkeiten für die Industrie setzen.  Und damit nicht genug: Das Thema Menschenrechte blendete die Bundesregierung in  ihrem Schreiben gleich völlig aus. Vielmehr heißt es dort, bei der  Ausfuhrkontrolle solle das „Bestreben, Proliferationsbemühungen und  destabilisierende Waffenanhäufungen zu verhindern, den legalen Handel,  insbesondere die Wirtschaftsbeziehungen mit den neuen Gestaltungsmächten nicht  unangemessen erschweren und verhindern“.<span><sup><sup>[10]</sup></sup></span> Zu diesen zählt die  Bundesregierung bemerkenswerterweise auch das autokratisch regierte  Saudi-Arabien oder die Atommacht Indien.</p>
<p>Spätestens jetzt sollten sich die nationalen Parlamente, allen voran die  deutschen Abgeordneten, daher endlich stärker in die Gestaltung der  EU-Außenhandelspolitik einmischen – schon um Schlimmeres zu verhindern. Der  Bundestag allerdings hat das Thema bisher weitgehend verschlafen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" />
<p><a name="_ftn1" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref1" target="_blank"><sup><sup>[1]</sup></sup></a> Vgl. Dominic Rushe, US to  spend $30m fighting internet censorship, in: „The Guardian“, 12.5.2011.</p>
<p><a name="_ftn2" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref2" target="_blank"><sup><sup>[2]</sup></sup></a> Vgl. Hanna Nikkanen,  Technology failed in Iran, <a title="http://fifi.voima.fi" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://fifi.voima.fi/" target="_blank">http://fifi.voima.fi</a>, 1.3.2010 sowie dies., Nokia connects –  now in Iran, ebd., 22.6.2009.</p>
<p><a name="_ftn3" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref3" target="_blank"><sup><sup>[3]</sup></sup></a> Vgl. Christian Bergmann  und Marcus Weller, Berlin unterstützt Export von Spionagesoftware, in: FAKT  (ARD), 15.8.2011.</p>
<p><a name="_ftn4" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref4" target="_blank"><sup><sup>[4]</sup></sup></a> Vgl. Vernon Silver und  Ben Elgin, Torture in Bahrain Becomes Routine With Help From Nokia Siemens, in:  „Bloomberg News“, 22.8.2011.</p>
<p><a name="_ftn5" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref5" target="_blank"><sup><sup>[5]</sup></sup></a> Vgl. European Commission,  Note to the Trade Policy Committee, Brüssel 17.5.2010, S. 1.</p>
<p><a name="_ftn6" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref6" target="_blank"><sup><sup>[6]</sup></sup></a> Vgl. Legislative  Entschließung des Europäischen Parlaments vom 27.9.2011,  www.europarl.europa.eu.</p>
<p><a name="_ftn7" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref7" target="_blank"><sup><sup>[7]</sup></sup></a> Vgl. Pressemitteilung des  Europäischen Parlaments, Exporte von „sensiblen“ Gütern beschränken, 27.9.2011,  <a title="www.europarl.europa.eu" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.europarl.europa.eu/" target="_blank">www.europarl.europa.eu</a>.</p>
<p><a name="_ftn8" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref8" target="_blank"><sup><sup>[8]</sup></sup></a> Vgl. European Commission,  GREEN PAPER. The dual-use export control system of the European Union: ensuring  security and competitiveness in a changing world, Brüssel, 30.6.2011.</p>
<p><a name="_ftn9" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref9" target="_blank"><sup><sup>[9]</sup></sup></a> Vgl. Karel De Gucht, The  future of dual-use export controls in the European Union. 2011 Dual-use Exporter  Conference, Brüssel, 20.9.2011, <a title="http://trade.ec.europa.eu" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://trade.ec.europa.eu/" target="_blank">http://trade.ec.europa.eu</a>.</p>
<p><a name="_ftn10" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref10" target="_blank"><sup><sup>[10]</sup></sup></a> Vgl. Die  Bundesregierung, Stellungnahme der Bundesregierung zum Grünbuch der Europäischen  Kommission zum EU-Ausfuhrkontrollsystem von <em>Dual-Use</em>-Gütern, Bonn  27.10.2011, S. 1f.</p>
<p>(aus: »Blätter« <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember" target="_blank">12/2011</a>, Seite 9-12)<br />
Themen: <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/themen/wirtschaft" target="_blank">Wirtschaft</a>, <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/themen/europa" target="_blank">Europa</a> und <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/themen/krieg-und-frieden" target="_blank">Krieg und Frieden</a></p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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