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	<title>Reinhard Bütikofer &#187; headline</title>
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		<title>Ehrung der Afrikanischen Union für Wangari Maathai (†)</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 14:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Greens]]></category>
		<category><![CDATA[headline]]></category>
		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Die im September verstorbene kenianische grüne Umweltaktivistin, Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai wurde posthum auf dem 18. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union geehrt. Wangari Maathai war auch Trägerin des Petra-Kelly-Preises.

Photo Credit: Raimo Oksala]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Die im September verstorbene kenianische grüne Umweltaktivistin, Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai wurde posthum auf dem 18. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union geehrt. Wangari Maathai war auch Trägerin des Petra-Kelly-Preises.</p>
<p>Die Versammlung der afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Addis Abeba beschloss am Anfang dieser Woche, den alljährlich am 3. März stattfindenden Afrikanischen Umwelttag in &#8220;Wangari Maathai Day&#8221; umzubenennen. Ins Leben gerufen wurde auch ein afrikanischer Umweltpreis, der den Namen der Verstorbenen trägt und zukünftig besondere Errungenschaften zum Erhalt der Umwelt- und Artenvielfalt würdigen soll. Eine offizielle Erklärung der afrikanischen Politiker erkennt das starke Engagement der früheren kenianischen Umweltministerin und Trägerin vieler Auszeichnungen für die Förderung von Frieden, Demokratie und der Menschenrechte in Afrika an. Die Ehrung Wangari Maathais wird durch ihren beeindruckenden Einsatz für Umwelt- und Menschenrechte und für den Schutz des Planeten begründet.</p>
<p>Dieses Foto mit Wangari Maathai entstand bei ihrem Besuch bei der Europäischen Grünen Partei im Jahr 2008 in Paris. (Mit auf dem Photo: Catherine Greze, Monica Frassoni)</p>
<p>Photo Credit: Raimo Oksala</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kehraus im Industrie-Ausschuss: &#8220;&#8230;und jetzt lass ich die Brocken fallen.&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 16:27:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[headline]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie-Ausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein letztes Stück Ausschussarbeit in 2011 war heute eine Abstimmung im Industrieausschuss zum Thema "Corporate Governance Framework for European Companies". Entworfen hatte die entsprechende Stellungnahme die polnische EPP Abgeordnete Kolarska-Bobińska.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Mein letztes Stück Ausschussarbeit in 2011 war heute eine Abstimmung im Industrie-Ausschuss zum Thema &#8220;Corporate Governance Framework for European Companies&#8221;. Entworfen hatte die entsprechende Stellungnahme die polnische EPP Abgeordnete Kolarska-Bobińska.</p>
<p>Insgesamt wurde die Stellungnahme mit sehr großer Mehrheit gegen die Stimmen von ECR angenommen. Drei Einzelabstimmungen möchte ich dabei gerne beleuchten.</p>
<p>Frau Kolarska-Bobińska forderte im Entwurf Ihrer Stellungnahme für Verwaltungsräte die Einführung einer &#8220;Mindestquote der Geschlechter von ein-drittel&#8221;. Damit erregte Sie den Zorn der Männerfront Ihrer eigenen Fraktion die unter Führung des Ausschuss-Vorsitzenden Herbert Reul die ein-drittel Quote gestrichen sehen wollten. Was im Bundestag von der Leyen gegen Schröder ist, das ist also im Europäischen Parlament Kolarska-Bobińska gegen Reul. Am Ende war ein Rot-Grüner Kompromissantrag erfolgreich der konkrete &#8220;Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Verwaltungsräten forderte&#8221;. Frau Kolarska-Bobińska stimmte dagegen weil Ihr das zu &#8220;soft&#8221; war. Recht hat Sie da.</p>
<p>Ich war mit einem Antrag erfolgreich der verlangte, dass &#8220;das Risikomanagement auch nicht-finanzielle Risiken etwa im Bereich Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen abdecken soll&#8221;.</p>
<p>Der sozialistische Kollege Weber aus Frankreich scheiterte am Ende mit mehreren Anträgen in denen er die Rolle von Gewerkschaften und Personalräten stärken wollte an einer Mehrheit von EPP, ECR und ALDE.</p>
<p>Nach Ende der Ausschuss-Sitzung lud Herbert Reul zu Christmas-Drinks ein. Da war ich schon am packen. Ein freundlicher EPP Mitarbeiter wünschte mir, meiner Familie und meinem Blackberry erholsame Feiertage. Das fand ich sehr nett. Danke gleichfalls!</p>
<p>Also an alle fröhliche Feiertage und einen guten Rutsch!</p>
<p>Bis 2012!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Green New Deal: aber wie?</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2011/12/08/green-new-deal-aber-wie/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 13:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparl]]></category>
		<category><![CDATA[Green New Deal]]></category>
		<category><![CDATA[Greens]]></category>
		<category><![CDATA[headline]]></category>
		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Beitrag aus dem Jahrbuch Ökologie 2012: Der Green New Deal ist eine Transformationsstrategie, deren Aktualität unvermindert gilt. Aber er ist so etwas wie eine verheißungsvolle, sogar Sieg versprechende Revolution, die ihr revolutionäres Subjekt noch sucht.  Es gibt zwar ein gut begründbares Vorhaben und beeindruckend viele Ansätze, aber es gibt kein hinreichend starkes Narrativ. Der Green New Deal ist nicht so sehr eine Idee, die die Massen ergreifen könnte, sondern mehr ein Konzept. Die vierte Dimension des Green New Deal, neben der makro-ökonomischen, der industriepolitischen und der sozialen, nämlich die kulturelle, die lebensweltliche Dimension, ist unterentwickelt. Mein Fazit: Wir müssen den Green New Deal fundamentaler erzählen als bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="189">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><em>Reinhard Bütikofer </em>&nbsp;</p>
<p>Beitrag aus dem<a href="http://jahrbuch-oekologie.de/inhalt2012.htm"> Jahrbuch Ökologie 2012 (Hrsg. Prof. Simonis et al.)</a>: Green New Deal: aber wie?</p>
<p><em><br />
</em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="301">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><strong>Green New   Deal: aber wie? </strong>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="495">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Der Green New Deal ist eine   Transformationsstrategie hoher Aktualität, eine Sieg verheißende Revolution,   die ihr revolutionäres Subjekt aber noch sucht. Es besteht trotz beeindruckend   vieler Ansätze eine strategische Lücke, die erst noch geschlos­sen werden   muss.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Im   September 2010 fand in Malaysia mit offizieller Unterstützung der Regierung   ein Green-New-Deal-Kongress statt. Dieses Jahr kommt wieder einer. Hoppla,   dachte ich, als ich das Titelblatt der Einladung dazu sah. Bei näherer   Betrachtung legte sich die beginnende Begeiste­rung wieder: Tatsächlich   handelte es sich um eine „International Greentech &amp; Eco Products   Exhibition &amp; Conference“.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="507">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Was sagt das, wenn der Green New Deal als   Werbeslogan ge­braucht wird? Zeigt es die Kraft des Konzepts, oder spricht es   dafür, dass sich diese Parole wunderbar als Allerweltsverpackung für grün   aufgehübschtes Business-as-usual verwenden lässt? Material für zeit­geistig   gewiefte Public Relations-Manager und Spin-Doktoren?&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="175">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><strong>Erwartungen … </strong>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Als die Europäischen Grünen sich im   Europawahlkampf des Jahres 2009 verabredeten, den „Green New Deal“ ins   Zentrum ihres pro­grammatischen Angebots zu rücken, geschah das in der   Hoffnung, damit eine neue, hegemonie-fähige Antwort auf die offenkundige,   dreifache Krisensituation zu geben: auf die Finanzkrise, die ökologi­sche   Krise und die mit beiden verbundene soziale Krise. Als Wahl­kampfkonzept   funktionierte das und die deutlich gestärkt aus jener Wahl hervorgegangene   grüne Europafraktion hat den Green New Deal seither auch als einen   Schwerpunkt ihrer Arbeit weiter verfolgt. Doch von Hegemonie kann bei weitem   keine Rede sein.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="185">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>&#8230; und Realitäten </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Die Antwort der Europäischen Union auf die   Krise heißt „EU 2020“-Strategie. Darin finden sich zahlreiche Anleihen aus   dem Arsenal des Green New Deal, aber die Strategie bleibt so halbherzig wie   früher die sogenannte Lissabon-Strategie war. Halbherzig in den Zielen,   halbher­zig in der Umsetzung, halbherzig auch dann, wenn das Europäische   Parlament einen schönen Green-Jobs-Bericht verabschiedet. Denn der Bericht   bleibt Papier.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="189">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Jahrbuch Ökologie 2012</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Der Haushaltsentwurf der Europäischen Union   für das Jahr 2012 enthält auch nicht ansatzweise die Ausgabeprioritäten, die   sich eigent­lich aus der EU-2020-Strategie im Bereich der Energiepolitik   ergeben müssten. Gleichzeitig blockieren die EU-Mitgliedsländer halbwegs   ehrgeizige klimapolitische Ziele der Union. Die Europäische Kommis­sion   kuscht; das Europäische Parlament benennt zwar höhere Ziele, hat aber die   Kraft nicht, dafür zu kämpfen; die Öffentlichkeit findet das alles gerade   nicht interessant. Green New Deal? Eher Grey Old Status Quo.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="140">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><strong>Die USA … </strong>&nbsp;</p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Green-New-Deal-Erwartungen haben sich auch   anderenorts als über­höht erwiesen. Die USA wollen im zweiten Jahr von Obamas   Amtszeit weniger von einem Green-New-Deal-Aufbruch wissen, als dessen   Wahlkampf und Regierungsbeginn zu versprechen schienen. Die Ent­täuschung ist   entsprechend groß. Klimapolitik: nächste Frage. Green Jobs: war mal so ´ne   Idee. Makro-ökonomische Re-Regulierung: Wall Street ist gerade dabei zu   zersetzen, was das Dodd-Frank-Gesetz an Erneuerung zustande brachte. Soziale   Kohäsion: Schlimmer war es seit Jahrzehnten nicht.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="155">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>… und China </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ex oriente lux? Auch nicht. Chinas 12.   Fünf-Jahres-Plan setzt ehrgeizi­ge grüne Ziele beim Ausbau Erneuerbarer   Energien. Schon jetzt hat das Land in diesem Bereich als Produzent den Rest   der Welt hinter sich gelassen. Doch insgesamt hat sich, „harmonische“   Gesellschaft hin oder her, am „GNP-ism“, am Glauben an das   Bruttosozialprodukt als zentrale Wachstumsphilosophie kaum etwas geändert.   Und in den ersten Monaten des Jahres 2011 hat sich die Energieintensität des   chi­nesischen Wirtschaftswachstums wieder erhöht.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="162">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>Zwischenfazit </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="510">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">War der globale Green New Deal also ein Traum, der wieder   zerron­nen ist? Nein, das auch nicht. Der Green New Deal ist eine Transfor­mationsstrategie,   deren Aktualität unvermindert gilt. Aber er ist so etwas wie eine   verheißungsvolle, sogar Sieg versprechende Revolution, die ihr revolutionäres   Subjekt noch sucht.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Einzelne Avantgarden, die eine solche Transformation   anführen möchten, sind durchaus auszumachen. Und das nicht nur bei NGOs oder   in der Politik, sondern auch in Verwaltungen, unter Forschern,</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">gar in der Wirtschaft. Wenn man es erst einmal in den   Blick fasst, fin­det man sogar beeindruckend viele   Ansätze, Projekte, Beiträge, die zu einem Green New Deal gehören. Aber es   gelingt noch nicht, sie strate­gisch wirksam zu verknüpfen.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="203">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>Strategische Lücke </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Als   Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Rohstoffstra­tegie liegt   mir das Thema Rohstoffe besonders am Herzen. Einige Bei­spiele aus diesem   Bereich sollen daher hier als Anschauungsmaterial dafür dienen, wo ich die   strategische Lücke sehe.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Das United Nations Environmental Programme hat   im Mai 2011 ei­ne Studie des International Resource Panel veröffentlicht, in   der unter anderem die Frage untersucht worden ist, wie stark 60 verschiedene   Metalle global im Gebrauch sind und wie stark sie wiederverwertet werden   (UNEP 2011). Für gerade einmal 18 von ihnen kommen die Forscher auf   Recycling-Raten von über 50 %; bei den weitaus meisten dagegen liegen sie   unter 1 %. Für eine Politik, die qua Green New Deal den Übergang zu einer   kohlenstoff-armen Wirtschaft betreiben will, ergibt sich da ein weites   Handlungsfeld.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Die Wissenschaftler plädieren für eine   Kreislaufwirtschaft als Kern­antwort, benennen Forschung und Entwicklung, den   Stopp illegalen Abfallexports und die Weiterentwicklung der   Recycling-Regulierung als dringende Aufgaben. Sie treffen sich   interessanterweise bei diesen Schlussfolgerungen ganz gut mit Forderungen,   die der Verband der europäischen Nicht-Eisen-Metall-Industrie, Eurometaux, an   die Politik stellt. Auch Umweltverbände wie das Europäische Umweltbüro (EEB)   sind sehr sachkundig dabei, eine solche Agenda zu befördern. Doch ob es   gelingt, im September 2011 im Europäischen Parlament eine Stel­lungnahme zur   EU-Rohstoffstrategie zu beschließen, die diesem öko­logisch-innovativen   Denken folgt oder ob der Widerstand obsiegt, der ökologische Innovation als   Wirtschaftsrisiko sieht beziehungsweise schlicht entgegenstehende Interessen   unter Schutz stellen will, das ist trotz dieser sich ergänzenden Beiträge so   unterschiedlicher Akteure ungewiss. Und ungewiss ist auch, ob gegebenenfalls   aus einem Be­schluss des Europäischen Parlamentes dann für das Handeln der   Mit­gliedstaaten, auf die es ja ankommt, praktische Konsequenzen folgen.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="138">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&nbsp;</p>
<p><strong>Was fehlt? </strong></p>
<p><strong><br />
</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Was also fehlt? Es gibt zwar ein gut   begründbares Vorhaben, aber es gibt kein hinreichend starkes Narrativ. Der   Green New Deal ist nicht</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="189">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506" height="98">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">so sehr eine Idee, die die Massen ergreifen   könnte, sondern mehr ein Konzept. Die vierte Dimension des Green New Deal,   neben der mak­ro-ökonomischen, der industriepolitischen und der sozialen,   nämlich die kulturelle, die lebensweltliche Dimension, ist unterentwickelt.   Der Green New Deal erscheint zu wenig als konkrete Antwort auf die Fra­ge:   Wie wollen wir leben? Der Green New Deal drückt nicht Bewe­gung aus, sondern   Management. Heiße Herzen mobilisiert er nicht ebenso wie kühle Rechner. Er   ist zu wenig emotionalisierbar und nicht besonders massentauglich.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="506">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ich bin ein Fan des Green New Deal, nach wie   vor. Aber wir müs­sen ihn anders anpacken, wenn wir ihn hegemonial machen   wollen. Die Tatsache, dass etliche in der Öko-Familie vom Green New Deal   wieder lieber weg wollen und zurück zur großen Erzählung von den Grenzen des   Wachstums, ist ein Hinweis auf das entscheidende Man­ko. Wir müssen den Green   New Deal fundamentaler erzählen als bis­her. Geht das? Den Versuch ist es wert.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="122">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="554">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="502">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" width="346">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gemeinsam gegen den Rohstoff-Fluch</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2011/11/08/gemeinsam-gegen-den-rohstoff-fluch/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 14:56:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[headline]]></category>
		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://reinhardbuetikofer.eu/?p=2964</guid>
		<description><![CDATA[Mein Beitrag in der Süddeutschen vom 8.11.2011 (Forum, Wirtschaftsteil): Gemeinsam gegen den Rohstoff-Fluch - 
Die USA gehen voran, Europa folgt: Die Energiekonzerne sollen transparent werden - zum Wohle der Entwicklungsländer.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Süddeutsche Zeitung, 8.11. 2011</p>
<p>Wirtschaft</p>
<p>Forum</p>
<div>
<h1>Gemeinsam gegen den Rohstoff-Fluch</h1>
<h2>Die USA gehen voran, Europa folgt: Die Energiekonzerne sollen transparent werden &#8211; zum Wohle der Entwicklungsländer</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im vergangenen Jahr haben die Vereinigten Staaten einen wichtigen Schritt unternommen, um die Energiesicherheit zu verbessern, finanzpolitische Transparenz voranzubringen, Entwicklungsanstrengungen zu fördern und entscheidende außen- und sicherheitspolitische Ziele zu erreichen, indem sie neue Berichterstattungspflichten für Öl-, Gas- und Bergbauunternehmen verabschiedeten; die endgültige Ausgestaltung der Regeln wird in Kürze veröffentlicht werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das gesetzgeberische Vehikel dieser Reformen ist der Dodd-Frank-Act, der in Reaktion auf die Finanzkrise 2007/2008 das Finanzmarktrecht der Vereinigten Staaten neu reguliert. Im Jahr 2010 wurde die sogenannte Cardin-Lugar-Bestimmung ergänzt, die zu mehr Transparenz in der Energiewirtschaft führen soll. Nun ist auch die Europäische Kommission bereit zu handeln. Ihr jüngster Vorschlag zielt auf die Offenlegung von Zahlungen durch mineralgewinnende Unternehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Damit verfügen wir über den nötigen politischen Impuls, um in Europa ähnliche Regeln wie in den USA zu erlassen, mit denen Unternehmen verpflichtet werden, pro Land und pro Projekt offen zu legen, wie viel sie für das Recht der jeweiligen Öl-, Gas- und Mineraliengewinnung bezahlen. Wichtig ist jedoch, diese Verpflichtung ausnahmslos von allen Unternehmen einzufordern, um gleiche Spielregeln für Wirtschaft, Investoren und Endabnehmer zu schaffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der jetzige Zeitpunkt ist genau richtig und der Nutzen sowohl für die globale Entwicklung als auch für die Energiesicherheit erheblich. Wenn die Vereinigten Staaten und die Europäische Union in enger Abstimmung zusammenarbeiten, werden die Transparenzregeln für die Rohstoffindustrie die demokratische Kontrolle verbessern und auf der ganzen Welt stabilere Investitionsbedingungen schaffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das ist gerade deshalb so entscheidend, weil der Reichtum an Bodenschätzen in vielen Entwicklungsländern oft zu Korruption, Verschwendung, militärischem Abenteurertum und Instabilität geführt hat. Oft schon landeten Öl-Dollars, die den Bürgerinnen und Bürgern eines Landes zugute kommen sollten, in den Taschen der Reichen oder wurden für Prestigeprojekte vergeudet, statt intelligent und produktiv investiert zu werden. Dieser &#8216;Rohstoff-Fluch&#8217; trifft die Volkswirtschaften der Abnehmerländer ebenso wie die der produzierenden Staaten. So wird die weltweite Armut verschärft, die wiederum ein Nährboden für Terrorismus werden kann. Die Macht von Autokraten und Diktatoren kann gefestigt und die weltweite Ölversorgung somit eingeschränkt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zwei aktuelle Beispiele verdeutlichen, wie dringend Transparenz im Energie- und Bergbaubereich vonnöten ist. Die sich gerade neu formierende Regierung Libyens muss sich des Vertrauens ihres Volkes vergewissern, wenn sie Erfolg haben will. Einkünfte aus Öl- und Gasgeschäften machten im Jahr 2010 vor dem Krieg in Libyen mehr als 80 Prozent der Regierungseinnahmen aus. In Zukunft werden diese Einkünfte dringend gebraucht, um das Land wieder aufzubauen und um neue, demokratische Institutionen zu schaffen. Aber es existiert bisher zwischen der Regierung und dem libyschen Volk kein System der Transparenz. Glücklicherweise werden zahlreiche Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit in Libyen wieder aufnehmen wollen, verpflichtet sein, solche Zahlungen gemäß der US-Gesetzgebung zu veröffentlichen. Dies verschafft dem Nationalen Übergangsrat die Gelegenheit, ein Klima von Offenheit und demokratischer Kontrolle aufzubauen, welches für die Sicherung von Stabilität von elementarer Bedeutung sein wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In Uganda ist die Ölbranche trotz der jüngsten Ölfunde und der enormen Hoffnung auf all die Vorteile darauf für die notleidende Bevölkerung von Heimlichtuerei geprägt. Die ugandischen Parlamentarier beschlossen daher nun ein Moratorium für alle Verträge oder Transaktionen im Ölsektor, bis Transparenzgesetze verabschiedet werden. Die Unternehmen, die derzeit in Uganda tätig sind, werden von der US- und EU-Gesetzgebung reguliert werden, was einen Anreiz für die ugandische Verwaltung schaffen wird, entsprechende Transparenzreformen schneller umzusetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die beiden Beispiele illustrieren die Wirkung, die wir beobachten werden, sobald die entsprechenden Gesetze in den USA und der EU vollständig umgesetzt worden sind. Wir fordern den Europäischen Rat und das Europäische Parlament sowie die Börsenaufsichtsbehörde SEC dazu auf, die Beratung dieser Vorschriften so schnell wie nur möglich abzuschließen. Das Blatt hat sich gewendet und wir rufen alle Beteiligten zur Zusammenarbeit auf, damit wir neue, weltweite Standards für Transparenz und demokratische Kontrolle erarbeiten können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ben Cardin (links) ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des US- Senats und stellvertretender Vorsitzender der US-Kommission für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Reinhard Bütikofer ist Mitglied des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments sowie Berichterstatter des Parlaments für die EU-Rohstoffstrategie</p>
<h1><span style="font-size: 20px;"><br />
</span></h1>
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		<title>Pressemitteilung: &#8220;Wer abhängig ist, zahlt.&#8221; Wieviele Weckrufe braucht Europa?</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2011/10/20/pressemitteilung-wer-abhangig-ist-zahlt-wieviele-weckrufe-braucht-europa/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 08:34:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Wochen lang wehte über Europa in Sachen "Seltene Erden" ein laues Lüftchen der Hoffnung. Seit Juli waren die Preise, die seit  Jahresbeginn dramatisch gestiegen waren, wieder im Sinken. Doch bevor falscher Optimismus sich ausbreitet, kommt jetzt wieder eine schlechte Nachricht aus China. Chinas Staatskonzern „Inner Mongolia Baotou Steel Rare-Earth Group Hi-tech“ - der weltgrösste Produzent von Seltenen Erden - hat entschieden, die Produktion für einen Monat still zu legen, um die Preise "zu stützen".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	&#8220;Wer abhängig ist, zahlt.&#8221;  Wieviele Weckrufe braucht Europa?</p>
<p>Zur europäischen Rohstoffpolitik erklärt Reinhard Bütikofer, Berichterstatter des Europäischen Parlaments zu diesem Thema:</p>
<p>Einige Wochen lang wehte über Europa in Sachen &#8220;Seltene Erden&#8221; ein laues Lüftchen der Hoffnung. Seit Juli waren die Preise, die seit  Jahresbeginn dramatisch gestiegen waren, wieder im Sinken. Doch bevor falscher Optimismus sich ausbreitet, kommt jetzt wieder eine schlechte Nachricht aus China. Chinas Staatskonzern „Inner Mongolia Baotou Steel Rare-Earth Group Hi-tech“ &#8211; der weltgrösste Produzent von Seltenen Erden &#8211; hat entschieden, die Produktion für einen Monat still zu legen, um die Preise &#8220;zu stützen&#8221;.</p>
<p>Wieviele Weckrufe braucht Europa? Fahrlässigkeit und industriepolitische Unentschlossenheit prägen Europas Rohstoffpolitik schon länger. Ein aktuelles Beispiel: Eine von der EU-Kommission vorgeschlagene Europäische Innovationspartnerschaft für Rohstoffeffizienz wird seit einem Jahr von der Bundesregierung gebremst, obwohl die deutschen Koalitionsfraktionen in einem Bundestagsantrag diese Innovationspartnerschaft unterstützen.</p>
<p>Europa muss seine Abhängigkeit bei den Seltenen Erden endlich ernsthaft angehen und Effizienz-, Recycling-, und Substitutionstrategien entschieden voran treiben. Diese strategische Abhängigkeit wird sonst noch sehr viel teurer werden. Mein Bericht zu Rohstoffen, der im Europäischem Parlament mit grosser Mehrheit verabschiedet wurde, macht zahlreiche konkrete Vorschläge. Es liegt jetzt an der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten, diese aufzugreifen.</p>
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		<title>Weshalb wir den Freihandelsvertrag mit Korea ablehnen</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 15:17:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Bütikofer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf dem EU-Korea Summit werden am Mittwoch Herman Van Rompuy und José Manuel Barroso für die EU einen Freihandelsvertrag mit Lee Myung-bak, Präsident der Republik Korea, abschließen. Reinhard Bütikofer erklärt in diesem Beitrag, warum die Grünen diesem Vertrag nicht zustimmen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1952" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://reinhardbuetikofer.eu/wp-content/uploads/2010/10/korea.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1952 " title="korea" src="http://reinhardbuetikofer.eu/wp-content/uploads/2010/10/korea-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Brüssel gibt sich in diesem Herbst ziemlich asiatisch. Da ist das Gipfeltreffen der EU mit den 45 Teilnehmerstaaten des Asia-Europe Meetings (ASEM) &#8211; samt eines Gegengipfels, des Asia Europe People&#8217;s Forum (AEPF). Dann gibt es den EU-China-Gipfel. Und zudem quetscht sich ein weiterer Gipfel in die Agenda, der es eher nicht ins Rampenlicht schaffen wird, obwohl gerade er das verdient hätte: auf dem EU-Korea Summit werden am Mittwoch Herman Van Rompuy und José Manuel Barroso für die EU einen Freihandelsvertrag mit Lee Myung-bak, Präsident der Republik Korea, abschließen.</p>
<p>Der Vertrag soll am 1. Juli 2011 in Kraft treten. Vorher geht es nicht. Italien hatte sich bis vor wenigen Wochen gegen den Vertrag gewehrt und dadurch einen Aufschub von 6 Monaten erzwungen. Außerdem muss nach den neuen Regeln des Lissabonner EU-Vertrages das Europäische Parlament seine Zustimmung zu dem Vertrag geben. Das wird einige Monate dauern, denn das Parlament macht seine Zustimmung davon abhängig, daß der Rat schärfere Schutzmaßnahmen in den Vertrag einbaut.</p>
<p>Die Grünen im Europäischen Parlament werden gegen den Freihandelsvertrag mit Korea stimmen. Er setzt das falsche wirtschaftspolitische Signal zum falschen Zeitpunkt.</p>
<p>Als eine Konsequenz aus der Wirtschaftskrise hatte die Europäische Kommission zu Beginn dieses Jahres eine Überarbeitung der wirtschaftpolitischen Ziele der EU eingeleitet.  Die neue EU2020-Strategie, die der Rat dann zur Jahresmitte als Ertrag dieser Initiative beschloss, sollte unter anderem die Basis bilden für Antworten auf die Frage, in welchen wirtschaftlichen Bereichen eine industrielle Basis in Europa erhalten werden kann und soll und welche industriepolitischen Maßnahmen dazu notwendig sind. Noch warten wir auf die entsprechenden Vorschläge der Kommission. Die externe Dimension von EU2020 ist auch noch erst in der Vorbereitung.</p>
<p>Der Freihandelsvertrag mit Korea spannt nun, wie man so schön sagt, den Karren vor das Pferd. Er hat das Potential Fakten zu schaffen, die der notwendigen wirtschaftspolitischen Neuordnung der EU unzulässig vorgreifen. Damit sind wir nicht einvestanden. Europa darf nicht weiter seine Industriepolitik in erster Linie übe die Handelspolitik definieren.</p>
<p>Wenn, wie es der Freihandelsvertrag bewirken soll, Kleinwagen aus Korea in Zukunft auf dem europäischen Markt für 500-700 Euro weniger angeboten können, braucht man über die Perspektiven des entsprechenden Sektors der europäischen Automobilbranche nicht mehr lange beraten. Denn dies schafft eine Bedrohung für die Arbeitsplätze in der europäischen Kleinwagenindustrie. Italien&#8217;s Widerstand gegen den Vertrag wird hier verständlich. Man kann industriepolitisch entscheiden, dass Europa nicht auf dieses Segment setzt. Dann muss das zuerst offen so auf den Tisch. Auf diese Reihenfolge möchten wir gerne bestehen. Der Vertrag wird übrigens auch Auswirkungen auf die Berechnungen in den Chefetagen von Kia haben, ob sich die Aufrechterhaltung von Fertigungshallen für südkoreanische Autos in Slovenien noch rechnet. Weitere Arbeitsplätze sind da eventuell in Gefahr.</p>
<p>Die Europäische Kommission beschwichtigt. Die EU sei global hervorragend im Dienstleistungsbereich aufgestellt. Was die EU im industriellen Sektor durch den Vertrag mit Korea verlöre, werde bei den Dienstleistungen wieder eingeholt. Aber in der aktuellen Handelsbilanz mit Korea stehen Dienstleistungen nur für knapp 8 der insgesamt 54 Mrd Euro im Jahreshandelsvolumen. Und die Öffnung von Dienstleistungsmärkten in Korea und anderswo ist zum großen Teil eine Frage gemeinsamer Regelungen, die in Freihandelsverträgen nur gestreift werden können.</p>
<p>Wir Grünen machen uns stark für einen geordneten industriepolitischen Übergang in der EU zu einem &#8220;New Green Deal&#8221;. Unter allen klimapolitischen Aspekten ist es notwendig zu einer industriepolitischen Ausrichtung auf rohstoffärmere und effizientere Produktions- und Konsumptionsweisen zu gelangen. Kleinwagen &#8211; egal ob aus italienischer oder koreanischer Produktion &#8211; haben in dieser Vorstellung keinen Vorrang. Aber darum geht es hier nicht. Es geht um den geordneten &#8211; und in der EU gemeinsam entschiedenen und getragenen &#8211; Übergang. Das bedeutet auch, in klima- und zukunftsorientierten Bereichen so viele neue Arbeitsplätze zu schaffen, wie wir in veralteten Industriebereichen verlieren. Das ist eine der zentralen Aufgaben, an der die neue EU2020-Strategie gemessen werden muß.</p>
<p>Autointeressen spielen in dem Freihandelsvertrag noch ein zweites Mal eine Rolle, diesmal in die andere Richtung. Das Luxussegment europäischer Hersteller soll gefördert werden, indem Korea extra seine eigene CO-2 Gesetzgebung durchlöchert. Das Land will erfreulicherweise eine Gesetzgebung auf den Weg bringen, den CO-2 Ausstoß von Autos pro Kilometer auf 140 Gramm zu begrenzen. Das ist zwar weniger ehrgeizig als in der EU (130 g/km), aber es soll in einem kürzeren Zeitraum geschehen. Die europäischen Anbieter großer Kraftwagen liefen dagegen Sturm, und die Kommission macht nun im Freihandelsvertrag eine Änderung oder Ausnahmeregelung für europäische Importe zur Bedingung, anscheinend mit Erfolg. Klimapolitisch ist das zynisch. Ansonsten ist zu bezweifeln, dass Ferrari das ausgleichen kann, was Fiat gegebenenfalls durch den Freihandelsvertrag mit Korea verliert. Schade, dass man für den Handel mit politischer Scheinheiligkeit keinen Freihandelsvertrag braucht.</p>
<hr />Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/venex">Venex_jpb</a> via flickr.com, lizensiert unter Creative Commons, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">Attribution-ShareAlike 2.0 Generic</a></p>
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		<title>Mehr Beteiligung für kleine und mittlere Unternehmen</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 10:47:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Bütikofer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Ausschuss für Verbraucherschutz im Europäischen Parlament debattierte heute die Zukunft der europäischen Standardisierung mit dem europäischen Kommissar für Industrie und Verbraucherschutz, Antonio Tajani. Dazu eine aktuelle Pressemitteilung von Reinhard Bütikofer, stellvertretender Vorsitzender der Grünen/EFA und Verfasser der Stellungnahme über die Zukunft der europäischen Normung im Industrieausschuss (ITRE).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<em>Der Ausschuss für Verbraucherschutz im Europäischen Parlament debattierte heute die Zukunft der europäischen Standardisierung mit dem europäischen Kommissar für Industrie und Verbraucherschutz, Antonio Tajani. Dazu erklärt Reinhard Bütikofer, stellvertretender Vorsitzender der Grünen/EFA und Verfasser der Stellungnahme über die Zukunft der europäischen Normung im Industrieausschuss (ITRE):</em></p>
<p>&#8220;Die Kommission muss in ihrem Normungspaket, das Ende des Jahres vorgestellt werden wird, den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mehr Teilhabe ermöglichen. Dabei muss sie sich an die Grundsätze der WTO halten -Transparenz, Offenheit, Unparteilichkeit, Konsens, Effizienz, Relevanz und Kohärenz.</p>
<p>Damit KMUs einfacher mit Normen arbeiten können, braucht es das Angebot kostengünstiger und benutzerfreundlicher Normenbündel, die speziell auf KMUs zugeschnitten werden müssen.</p>
<p>Zusammenfassende Informationen über Normen sollen online kostenlos zugänglich sein. Bei der Schaffung von europäischen Normen wollen wir eine ausgewogene Beteiligung verschiedener Akteure erreichen, indem der Dachverband der kleinen und mittleren Unternehmen ein verbessertes Mitspracherecht bekommt. Gleiches gilt für Verbraucher- und Umweltschutz sowie Arbeitnehmerverbände. Hier muss die Europäische Kommission weiterhin finanzielle Unterstützung leisten.&#8221;</p>
<hr />Foto &#8220;Zollstock/Markus Rödder via Flickr, lizensiert unter Creative Commons &#8220;Namensnennung-Keine Bearbeitung&#8221;</a></p>
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		<title>Don Quixote im Industrie-Ausschuss: Herbert Reul (CDU) und sein Kampf gegen Windmühlen</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 16:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Bütikofer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als EU-Energie-Kommissar Oettinger vor kurzem im EP-Industrie-Ausschuss seine Arbeitsvorhaben vortrug, bemerkte er unter anderem, er kenne niemanden, der die energiepolitischen Ziele der EU ("20-20-20") in Frage stelle. Neben ihm saß, als Ausschussvorsitzender, der CDU-Abgeordnete Reul (NRW) - und machte ein griesgrämiges Gesicht. Ich rief ihm zu: "Sehen sie das auch so, Herr Vorsitzender?" Etliche Kollegen, auch von den Konservativen, lachten. Sie wußten: er ist damit gar nicht einig. Aber wie sollte er "seinem" Kommissar Oettinger offen widersprechen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Als EU-Energie-Kommissar Oettinger vor kurzem im EP-Industrie-Ausschuss seine Arbeitsvorhaben vortrug, bemerkte er unter anderem, er kenne niemanden, der die energiepolitischen Ziele der EU (&#8220;20-20-20&#8243;) in Frage stelle. Neben ihm saß, als Ausschussvorsitzender, der CDU-Abgeordnete Reul (NRW) &#8211; und machte ein griesgrämiges Gesicht. Ich rief ihm zu: &#8220;Sehen sie das auch so, Herr Vorsitzender?&#8221; Etliche Kollegen, auch von den Konservativen, lachten. Sie wußten: er ist damit gar nicht einig. Aber wie sollte er &#8220;seinem&#8221; Kommissar Oettinger offen widersprechen?</p>
<p>Tatsächlich sucht Herbert Reul aber immer wieder nach Gelegenheiten, dem ökologischen Zeitgeist, den er gar nicht mag, Kontra zu geben. Kürzlich sah er offenbar eine Gelegenheit dazu. Und ging mit einer schriftlichen Frage an die EU-Kommission das ganze Konzept der &#8220;grünen Jobs&#8221; heftig an. Als Anlass diente ihm eine Studie der spanischen Universidad Rey Juan Carlos, die behauptet, dass in Spanien für jeden neuen grünen Job, 2.2 Arbeitsplätze verloren gingen.</p>
<p>Doch Herbert Reuls Vorstoß wird wohl zum Rohrkrepierer. Auf die Antwort der EU-Kommission darf man schon gespannt sein. Denn die Studie entbehrt jedweder Glaubwürdigkeit und wird von zahlreichen anerkannten Experten, von internationalen Instituten sowie selbst von Wirtschaftszeitungen wie dem &#8216;Wall Street Journal&#8217; heftig kritisiert. Dies nicht nur wegen der irreführenden Methodologie, auf der die Arbeit aufbaut, sondern auch aufgrund der interessanten Tatsache, dass der Autor der Studie ein Fellow des Centers for New Europe ist &#8211; einem Brüsseler &#8220;think-tank&#8221;, dem vorgeworfen wird, vom Ölmulti ExxonMobil finanziert worden zu sein. Selbst der spanische Industrieminister, Miguel Sebastian, hat die Studie und den Autor in keinem guten Licht dastehen lassen. Auf einer Konferenz letzten Jahres meinte er: &#8216;I am an economist myself. I know all Spanish economists, of course. I have never heard of any article by this guy. He compares the destruction of jobs in the housing sector, which has been because of the crisis, to the increase in the employment of the renewable energy sector in the last few years. He has linked two independent things. It is a political issue&#8217;.</p>
<p>Das Europäische Parlament hat im April 2010, wie es sich ergibt, ein kleines Kompendium zum Thema &#8220;green jobs&#8221; herausgebracht. In dieser Publikation betonte es, dass u.a. Gutachten der Generaldirektion Beschäftigung, der Generaldirektion Umwelt sowie der Europäischen Gewerkschaften (ETUC) belegen, dass klimapolitische Maßnahmen sehr wohl einen allgemeinen positiven Effekt auf den Jobmarkt haben würden.</p>
<p>Was nun, Herbert Reul? Er wird stur bleiben, vermute ich, ein deutscher Don Quixote. Um so schlimmer für die Realität, dass sie ihm nicht folgt.</p>
<hr />Foto: <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/jonathangill/">http://www.flickr.com/photos/jonathangill/</a> / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Willkommen!</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 14:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Bütikofer</dc:creator>
				<category><![CDATA[headline]]></category>

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		<description><![CDATA[Herzlichen Dank für Ihr Interesse an meiner Arbeit als Mitglied des Europäischen Parlaments. Ich möchte mit meiner Website Ihnen meine Tätigkeiten, vor allem die in Brüssel und Straßburg, näher vorstellen. Allerdings hoffe ich, dass Sie auf dieser Website nicht nur die Artikel lesen und die Videos anschauen, sondern auch dazu kommentieren und mitdiskutieren. Ich freue mich auf den Dialog mit Ihnen!

Mit besten Grüßen
Reinhard Bütikofer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Herzlichen Dank für Ihr Interesse an meiner Arbeit als Mitglied des Europäischen Parlaments. Ich möchte mit meiner Website Ihnen meine Tätigkeiten, vor allem die in Brüssel und Straßburg, näher vorstellen. Allerdings hoffe ich, dass Sie auf dieser Website nicht nur die Artikel lesen und die Videos anschauen, sondern auch dazu kommentieren und mitdiskutieren. Ich freue mich auf den Dialog mit Ihnen!</p>
<p>Mit besten Grüßen<br />
Reinhard Bütikofer</p>
<hr />
Bildnachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/european_parliament/3388973775/">Voting on a resolution during Strasbourg plenary</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/european_parliament/">European Parliament</a> &#8211; Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de">CC-BY-NC-ND</a></p>
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		</item>
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		<title>&#8220;It´s a green economy, stupid!&#8221;</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2009/08/11/it%c2%b4s-a-green-economy-stupid/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 12:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Bütikofer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Green New Deal]]></category>
		<category><![CDATA[headline]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Reinhard Bütikofer zum Deutschlandplan von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier - Bütikofer begrüßt den Deutschlandplan, denn "er ist das progressivste programmatische Dokument, das die SPD seit einiger Zeit zustande gebracht hat." <br /><br />Im Hintergrund bleiben ein paar kleine "Aber" - gleichwohl habe Steinmeier richtig erkannt - Die Wirtschaft müsse "grün erneuert werden". ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Ich begrüße den Deutschland-Plan des SPD-Kanzlerkandidaten Frank Walter Steinmeier.</p>
<p>Ich begrüße ihn, obwohl er offenkundig ein Zeichen von Panik ist angesichts eines Rückstandes des SPD gegenüber der Union, der bis zum 27. September nur noch durch ein politisches Wunder aufgeholt werden kann.</p>
<p>Ich begrüße ihn, obwohl er dem Green New Deal, der ökologisch-sozialen Innovationsstrategie, für die wir Grüne seit langem werben, ebenso unverbindlich in der Durchsetzungsstrategie wie detail-verliebt und detail-verkehrt hinterher läuft.</p>
<p>Ich begrüße ihn, obwohl er durch das großspurige In-Aussicht-Stellen von 4 Millionen Arbeitsplätzen und von Vollbeschäftigung bis 2020 seinen Autor eher daran hindert, kurzfristig neue Glaubwürdigkeit aufzubauen.</p>
<p>Steinmeiers Deutschland-Plan ist das progressivste programmatische Dokument, das die SPD seit einiger Zeit zustande gebracht hat. Ich vermute, er kommt für die Bundestagswahl zu spät. Sicherlich ist er noch zu wenig durchdacht, zu angreifbar. Doch er ist ein deutliches Signal, dass die SPD die Anstrengung des Gedankens, das Bemühen um Begriffe und Strategie nicht aufgegeben hat. Er könnte mittelfristig zur Basis werden für eine grüne Erneuerung der SPD und damit Perspektiven öffnen für eine Wiederbelebung von Rot-Grün – Rot-Grün 2.0 &#8211; oder für Grün-Rot-Plus. Wenn die SPD es denn ernst nimmt. Kann man darauf hoffen? Ich bin nicht sicher, ich tu´s mal.</p>
<p>Eigentlich ist die ganze Zeit-Spanne vom per Akklamation durchgezogenen SPD-Wahlprogramm bis zum Deutschland-Plan ein jammervolles Exempel dafür, wie es nicht geht.</p>
<p>Dass die Wirtschaft grün erneuert werden muss, dass wir vor einer grünen industriellen Revolution stehen, dass ein Aufbruch zu neuen Ufern durch ökologische Innovation, vor allem durch Energie-Effizienz und durch Setzen auf Erneuerbare Energie, nötig ist, das hat niemand als die Botschaft des SPD-Wahlprogramms verstanden. Einige hätten das vielleicht gerne gehabt, Sigmar Gabriel oder sein Staatssekretär Michael Müller, die beide, wo es um allgemeine Agitation und Propaganda geht, solche Thesen ja wie eine tibetanische Gebetsmühle vor sich her tragen. Aber Gabriel war noch nicht einmal in der Lage, die Kohlebegeisterung der SPD, die damit nun ganz und gar nicht zu vereinbaren ist, für´s SPD-Programm auch nur wesentlich abzuschwächen. Nachdem er selbst sehr lange der größte Kohle-Vorkämpfer gewesen war, unternahm er einen  kurzen, zaghaften Versuch, da zurück zu rudern, knickte aber gleich wieder ein. Es siegte der sozialdemokratische Strukturkonservatismus.</p>
<p>Ich habe mich gewundert, wie kampflos die SPD uns Grünen den Green New Deal überlies, der ja keineswegs unsere Erfindung ist. Während wir unter dieser grünen Fahne für einen wirtschaftspolitischen Neuanfang trommelten, während wir argumentierten, dass damit eine gemeinsame Antwort auf Wirtschaftskrise und Klima-Krise und globalen Hunger gegeben werden kann, während wir uns mit dem Argument stark positionierten, dass heute die Umwelt- und Klimapolitik der Wirtschaft enorm viel zu bieten hat, während wir dabei auf Obama und Achim Steiner und Ban Ki-moon und Schwarzenegger als Brüder im grünen Geiste verwiesen, die Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft zu einer sozialen und ökologischen, einer grünen Marktwirtschaft konzipierten, kam von der SPD vor allem eine dünne Gerechtigkeitsbotschaft, die ein doppeltes Problem hatte. Zum einen war sie belastet durch einen verdrucksten Umgang mit den Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Regierung. Steinmeier und Müntefering glaubten allen Ernstes, sie könnten die Hartz-Debatte zur Frage der Zeitgeschichte erklären und dadurch hinter sich lassen, ohne geklärt zu haben, was daran richtig und falsch war. Zum anderen konnte die Gerechtigkeitsbotschaft der SPD, der Linkspartei ist es zeitgleich ganz ähnlich ergangen, nicht hegemoniefähig werden, weil sie nicht genug das feine, realistische Gefühl der Menschen ins Kalkül nahm, die jedem misstrauen, der ihnen Gerechtigkeit verspricht ohne sagen zu können, auf welche ökonomische Basis diese in Zukunft gegründet sein soll. Die SPD orientierte sich noch am Paradigma Verteilung als schon längst ein Paradigmenwechsel stattgefunden hatte: Wir stecken in einer tiefen Krise; es geht nicht besonders gerecht zu, wenn die Wirtschaft an Krücken geht; woher kommt neue Dynamik, um diesen Zustand zu überwinden?</p>
<p>Die Konzentration der SPD auf den wirtschaftspolitischen Versuch, einzelne große Unternehmen unter Inkaufnahme hoher Subventionen, ja, fast um jeden Preis zu retten, dabei aber keinerlei industrie- und ordnungspolitische Linie erkennen zu lassen, hat massiv dazu beigetragen, die Wirtschafts-Kompetenz der SPD zu untergraben. Gegen die Handwerkelei, die Konfusion und Orientierungslosigkeit Merkels hätte sich die SPD positiv abheben können, wenn sie grundsätzlich geworden wäre, klare Grundlinien gezogen hätte, eine Strategie angeboten hätte. Eine Strategie der europapolitischen Wirtschaftskoordination zum Beispiel. Da war Steinbrück mit seinem ökonomischen Nationalismus vor. Eine Strategie der ökologischen Erneuerung zum Beispiel. Kurz flackerte ein Vorschein davon sogar einmal hoch, als Gabriel und Steinmeier nach dem erfolgreichen Grünen Wahlprogramm-Parteitag ein Papier präsentierten, das auch eine grünere Wirtschaft thematisierte. Statt dem Green New Deal wurde etwas hilflos ein ökologisch-sozialer New Deal formuliert. Aber das blieb völlig folgenlos. Gegen das Grüne Versprechen, mit ökologischer Innovation und Investition in Bildung und Gerechtigkeit bis 2010 eine Million Jobs zu schaffen, war die Steinmeier-Gabriel-Ansage, dasselbe bis 2020 zu leisten, nicht attraktiv. Aktuelle politische Konsequenzen zogen die beiden Minister auch nicht. Andere in der SPD ließen das Thema gleich ganz links liegen. Und praktisch verkämpfte man sich für die Abwrackprämie, von der IG Metall erfunden, ökologisch unsinnig, für die Autobranche mittelfristig noch nicht einmal eine wirkliche Hilfe.</p>
<p>Während des Europa-Wahlkampfes ergab sich ein kurioses Bild in der wirtschaftspolitischen Konkurrenz von Grünen und SPD. Während wir um neue Jobs am Bug der Volkswirtschaft kämpften, die Innovationskarte spielten, progressiv auftraten, rang die SPD am Heck der Volkswirtschaft um Subventionsmilliarden. Dass das letztere kein erfolgreicher Kurs war, noch nicht einmal an den Opel-Standorten, hat sich herumgesprochen. Und die Rolle als Alternative zum hilflosen Gewurstel, die die SPD nicht angenommen hatte, die mimt nun der Guttenberg ohne tatsächlich mehr als eine Pose einzunehmen, aber populär und wahlpolitisch aussichtsreich.</p>
<p>Jetzt, auf den aller letzten Drücker, ist Steinmeier mit seinem Deutschland-Plan doch noch bei grüner Innovation gelandet. Jetzt, endlich, sagt er seiner SPD, sie solle nicht vor allem an Merkel und der Union rummeckern, sondern selber versuchen grundsätzlich zu werden. „Es ist viel Freude im Himmel, über einen Sünder, der Buße tut,“ möchte man gerne sagen. Aber. Steinbrück verhindert zeitgleich im Kabinett die Förderung von Elektroautos. Steinmeier projeziert seine grünen Wirtschaftsvisionen auf 2020 und umschifft so viele konkrete Fragen, auf die es ankommt, wenn es grün werden soll. Was ist z.B. mit LKW-Maut; Tempolimit; Dienstwagen-Privileg; Energieeffizienz der Autoflotten; ÖV-Investitionen; Kerosin-Besteuerung? Ist 30% Erneuerbare Energien bis 2020 nicht eher ein konservativ-ängstliches Ziel? Muss man sich für Bildungsinvestitionen nicht klar  auf eine Umwandlung des Soli in einen  Bildungssoli festlegen? Den allergrößten Tort tut sich Steinmeier selbst dadurch an, dass er meint, unter der Verheißung „Vollbeschäftigung“ mehr Arbeitsplätze versprechen zu müssen als Grüne und LINKE zusammen. Gegen das Versprechen „Vollbeschäftigung“ spricht so vieles. Dass es schon oft  fruchtlos gegeben wurde. Dass der Politik heute niemand mehr wirklich die Kraft dazu zutraut. Dass die Vokabel selbst zur Chiffre für eine konservative Haltung geworden ist: es soll durch fürsorgliche staatliche Politik wieder werden, wie es in der goldenen Vergangenheit mal war; das klingt mit, wenn ein Gewerkschafter oder Sozialdemokrat oder Merkel – die dann natürlich ganz besonders vage &#8211; von Vollbeschäftigung spricht. Wer den Aufbruch nach vorne, zur grünen Wirtschaft, in das Prokrustes-Bett eines Vollbeschäftigungsversprechens steckt, der desavouiert diesen Aufbruch damit. Dafür wird Steinmeier jetzt insoweit zu Recht gerüffelt.</p>
<p>Doch nach allem, was ich zu kritisieren habe, bleibe ich dabei, dass ich den Deutschland-Plan begrüße. Er markiert die Einsicht jedenfalls beim Kanzlerkandidaten der SPD: It´s a green economy, stupid!</p>
<p>Um diese Einsicht ist Steinmeier der Union und der FDP voraus. Dass die so heftig polemisieren hat meines Erachtens auch damit zu tun, dass sie das spüren. Was immer der Baron zur Wirtschafts-Innovation im Auftrag der Kanzlerin oder aus eigenem Antrieb noch aufschreiben mag, es wird bestenfalls der Nachtrab zum Nachtrab sein. Der politische first mover advantage winkt ihm nicht. Natürlich: politische relevant ist dieser Vorsprung nur, ob schon für den 27.9. oder jedenfalls die Zeit danach, wenn diesmal die SPD den Impuls aufgreift und praktisch wird (nicht nur bei der Kohle und beim Auto). Grün reden und strukturkonservativ handeln verliert an allen Fronten. Die Roten müssen gründlich grün werden, wenn sie wieder eine Chance haben wollen.</p>
<p>Von Churchill gibt es das bissige Urteil über die US-Außenpolitik, sie hätte immer alles richtig gemacht &#8211; „after first having exhausted all other options“. Alle „anderen Optionen“ hat die SPD  wirklich ausgeschöpft. Ich würde mich freuen, wenn sie diesmal also anfangen würde, es richtig zu machen. Ich denke, wir könnten sie als Partner für eine grüne Ökonomie gut brauchen. Genug Gegner dieses Zukunfts-Projektes gibt es nämlich immer noch.</p>
<hr />Bildnachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/dbaranek/3237522398/">Frank-Walter Steinmeier spricht</a> von <a href="http://www.dirk-baranek.de/">Dirk Baranek</a> &#8211; Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">CC-BY</a></p>
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