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	<title>Reinhard Bütikofer &#187; Außenpolitik</title>
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		<title>Ehrung der Afrikanischen Union für Wangari Maathai (†)</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 14:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die im September verstorbene kenianische grüne Umweltaktivistin, Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai wurde posthum auf dem 18. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union geehrt. Wangari Maathai war auch Trägerin des Petra-Kelly-Preises.

Photo Credit: Raimo Oksala]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Die im September verstorbene kenianische grüne Umweltaktivistin, Politikerin, Frauenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai wurde posthum auf dem 18. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union geehrt. Wangari Maathai war auch Trägerin des Petra-Kelly-Preises.</p>
<p>Die Versammlung der afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Addis Abeba beschloss am Anfang dieser Woche, den alljährlich am 3. März stattfindenden Afrikanischen Umwelttag in &#8220;Wangari Maathai Day&#8221; umzubenennen. Ins Leben gerufen wurde auch ein afrikanischer Umweltpreis, der den Namen der Verstorbenen trägt und zukünftig besondere Errungenschaften zum Erhalt der Umwelt- und Artenvielfalt würdigen soll. Eine offizielle Erklärung der afrikanischen Politiker erkennt das starke Engagement der früheren kenianischen Umweltministerin und Trägerin vieler Auszeichnungen für die Förderung von Frieden, Demokratie und der Menschenrechte in Afrika an. Die Ehrung Wangari Maathais wird durch ihren beeindruckenden Einsatz für Umwelt- und Menschenrechte und für den Schutz des Planeten begründet.</p>
<p>Dieses Foto mit Wangari Maathai entstand bei ihrem Besuch bei der Europäischen Grünen Partei im Jahr 2008 in Paris. (Mit auf dem Photo: Catherine Greze, Monica Frassoni)</p>
<p>Photo Credit: Raimo Oksala</p>
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		<title>WTO-Urteil zu China: Fair Play in der Rohstoffpolitik</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 11:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[china]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Entscheidung der WTO ist ein wichtiges Signal, das weit über den vorliegenden Anlass hinaus wirkt. Die chinesische Rohstoffexportpolitik wird daran insgesamt gemessen werden. China muss sich an die internationalen Spielregeln halten, denen es sich verpflichtet hat. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<span> </span></p>
<p><span><span style="font-size: small;">Zur Entscheidung der Welthandelsorganisation (WTO), wonach  Chinas Exportbeschränkungen bei neun Rohstoffen mit den Regeln der WTO  unvereinbar sind, erklärt <strong>Reinhard Bütikofer</strong>, stellvertretender  Vorsitzender und rohstoffpolitischer Sprecher der Grünen/EFA Fraktion im  Europäischen Parlament:</span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em>&#8220;Die Entscheidung  der WTO ist ein wichtiges Signal, das weit über den vorliegenden Anlass hinaus  wirkt. Die chinesische Rohstoffexportpolitik wird daran insgesamt gemessen  werden. China muss sich an die internationalen Spielregeln halten, denen es sich  verpflichtet hat. </em></span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em> </em></span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em>Bevor die EU und  andere Akteure nun jedoch ein zweites Verfahren wegen der chinesischen  Exportrestriktionen zu Seltenen Erden beginnen, sollte der Dialog gesucht  werden. Sicherlich ist die Produktion der Seltenen Erden in China mit ihren  dramatischen Umweltauswirkungen eine große Herausforderung für die chinesische  Regierung. Es gibt allerdings WTO-kompatible Mittel, um sich diesen  Herausforderungen zu stellen.</em></span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em> </em></span></span></p>
<p><span><span style="font-size: small;"><em>Darüber hinaus muss  ein ernsthafter Versuch unternommen werden, globale Governance-Strukturen für  Rohstoffe zu schaffen, um internationale Spannungen in diesem Bereich zu  vermindern. Ein weltweites Forum für Rohstoffe &#8211; ähnlich dem Internationalen  Energieforum (IEF) &#8211; würde einen wichtigen Beitrag leisten&#8221;. </em></span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Seltene Erden: Schlechte Nachrichten aus China &#8211; Innovationsoffensive nötige Antwort</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 10:43:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur angekündigten Kürzung der Chinesischen Exportquote zu Seltenen Erden für das erste Halbjahr 2012, erklärt Reinhard Bütikofer:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	„Seltene Erden: Schlechte Nachrichten aus China &#8211; Innovationsoffensive nötige Antwort“</p>
<p>Zur angekündigten Kürzung der Chinesischen Exportquote zu Seltenen Erden für das erste Halbjahr 2012, erklärt Reinhard Bütikofer, industriepolitischer Sprecher der Grünen/EFA und Berichterstatter im Europäischen Parlament zur Rohstoffpolitik:</p>
<p>“Mit der Kürzung der Exportquote von Seltenen Erden für 2012 setzt China seine Politik der letzten Jahre weiter fort. Für Europas Industrie ist das eine schlechte Nachricht. Ohne energische Anstrengungen zur Verringerung der Rohstoff-Abhängigkeit drohen gefährliche Engpässe und Entwicklungsblockaden. Um so wichtiger ist es für die EU-Industriepolitik, jetzt mit ehrgeizigen Effizienz-, Recycling-, und Substitutionsstrategien gezielt zu antworten.</p>
<p>Mein Vorschlag zur Etablierung eines Europäischen Kompetenznetzwerkes zu Seltenen Erden in 2012, das die Forschung in der EU auf diesen Gebiet bündelt und fördert, kann hier einen wirksamen Beitrag leisten.[i] Die EU hat nur eine Wahl: Pekings Kürzungen als Chance für Innovation bei den Seltenen Erden zu nutzen. Als Beispiel kann Japan dienen, das sich das Ziel gesetzt hat, den Verbrauch von Seltenen Erden durch Effizienzsteigerung und Substitution um 1/3 zu kürzen. Dabei müssen Europäische Kommission und Mitgliedsstaaten vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen Rücksicht nehmen. Während einzelne Konzerne wie Rhodia eigene Verträge und Partnerschaften mit Chinesischen Seltene Erden-Unternehmen verhandeln können, ist dies nicht der Fall für Europas KMU. Deshalb sollten die Interessen der KMU auch in der geplanten Rohstoffallianz großer deutscher Unternehmen berücksichtigt werden.“</p>
<p>[i] Dieser Vorschlag eines Europäischen Kompetenznetzwerkes wurde am 1. Dezember 2011 vom Europäischen Parlament beschlossen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Bütis Woche, 14. Dezember 2011: EU-Haushalt ist kein Steinbruch für die Rüstungsindustrie!</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2011/12/14/butis-woche-14-dezember-2011-eu-haushalt-ist-kein-steinbruch-fur-die-rustungsindustrie/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 16:50:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[bütis woche]]></category>
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		<category><![CDATA[Europaparl]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Eine Rolle rückwärts war die heutige Abstimmung des Europäischen Parlaments zum Bericht über die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Verteidigungssektor. Eine Große Koalition aus Sozialdemokraten, der Europäischen Volkspartei und auch den Liberalen hat sich dafür ausgesprochen, den Haushalt der EU für die Rüstungsindustrie zu öffnen. Mit dem heutigen Votum zum sogenannten Lisek-Bericht hat die Parlamentsmehrheit in Zeiten knapper Kassen viel Chuzpe an den Tag gelegt und noch dazu das enorme Sparpotential einer engeren europäischen Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich verkannt. 
&#160;
Bereits seit über einem Jahr diskutiert der Rat der Verteidigungsminister über Wege der engeren Koordinierung, um ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<strong>Eine Rolle rückwärts</strong> <strong>war die heutige Abstimmung des Europäischen Parlaments zum Bericht über die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Verteidigungssektor. Eine Große Koalition aus Sozialdemokraten, der Europäischen Volkspartei und auch den Liberalen hat sich dafür ausgesprochen, den Haushalt der EU für</strong> <strong>die Rüstungsindustrie zu öffnen. Mit dem heutigen Votum zum sogenannten Lisek-Bericht hat die Parlamentsmehrheit in Zeiten knapper Kassen viel Chuzpe an den Tag gelegt und noch dazu das enorme Sparpotential einer engeren europäischen Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich verkannt. </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bereits seit über einem Jahr diskutiert der Rat der Verteidigungsminister über Wege der engeren Koordinierung, um die dringendsten Lücken bei den militärischen Fähigkeiten der EU-Staaten zu schließen. Alle Zeichen sollten so konnte man hoffen, auf &#8220;pooling and sharing&#8221; stehen. Denn durch diese Methode können die Mitgliedsstaaten ihre Kapazitäten bündeln und gemeinsam nutzen, und die beträchtlichen Doppelungen, d.h. die derzeitige Verschwendung im Militärbereich abbauen. Eine Kooperation der EU-Mitgliedsstaaten über nationale Grenzen hinweg kann sehr praktisch Anwendung finden. Die Vorzüge liegen auf der Hand: Durch Projekte des &#8220;pooling and sharing&#8221; wird die militärische Integration in der EU vertieft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Rat der Verteidigungsminister hat es allerdings bisher versäumt, für Pooling and Sharing-Projekte einen konkreten Zeitplan vorzulegen und hat das Dossier über ein Jahr lang wie eine heiße Kartoffel von einem Meeting zum nächsten weitergereicht. Daher stellte der aktuelle Parlamentsbericht aus Grüner Sicht eine höchst willkommene Gelegenheit dar, die Ministerrunde wachzurütteln und aufzufordern, konkrete Projekte anzuschieben.<br />
Zwar spricht sich der Lisek-Bericht erfreulicherweise für eine gemeinsame strategische Verteidigungsplanung und Defence Reviews der Mitgliedsstaaten aus, hierzu soll das Modell der &#8220;Europäischen Semester&#8221; befolgt werden. Höchst abwegig ist aber die heute verabschiedete Forderung der Parlamentsmehrheit, Rüstungsforschung von nun an aus dem Haushalt der EU finanzieren zu lassen und in das Horizon 2020-Programm aufzunehmen. Der Vorschlag brächte nicht nur enorme Kürzungen bei der zivilen Forschung mit sich und ist daher für uns Grüne nicht akzeptabel, er kommt mitten in der Eurokrise und angesichts der rigiden Sparpolitik der meisten EU-Staaten schlicht zur Unzeit. Darüber hinaus würde das frische Geld aus dem EU-Haushalt den Druck von den Mitgliedstaaten nehmen, ihre Forschungsaktivitäten im Militärbereich zusammen zu legen. Ebenfalls abwegig ist das Vorhaben, den EU-Sozialfonds und den Globalisierungs-Fonds für die militärische Umstrukturierung zu nutzen. Hier dachte der ein oder andere Abgeordnete gewiss an Selbstbedienung des eigenen Wahlkreises. Den Vogel schießt jedoch die geforderte EU-Finanzierung eines neuen militärischen Erasmus-Programms für Offiziersanwärter ab, die gar für eine &#8220;Gleichbehandlung&#8221; mit &#8220;zivilen&#8221; Erasmus-Studenten an allgemeinen Hochschulen sorgen soll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als skurril erwies sich schon vor dem Votum die letzte Aussprache im Ausschuss, als allein Grüne sich (gegen den erklärten Willen der Liberalen!) für Transparenz und Wettbewerb auf dem Rüstungsmarkt stark machten. Es erschien absurd, dass Konservative und Liberale, die noch vor Kurzen für die Einführung von mehr Transparenz und Wettbewerb im Rüstungsmarkt gekämpft haben und die Direktiven des Defence Packages mit zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht haben, sich nun für die Aufweichung dieser Regeln einsetzen. Bis zur Abstimmung blieb dieser Punkt spannend. Ich hatte bei einzelnen Abgeordnete aus anderen Fraktionen noch für die Beibehaltung der derzeitigen Wettbewerbsregeln geworben. Dann das knappe Ergebnis: 322 Abgeordnete sprachen sich für, 349 gegen die Aufweichung der Regeln auf. Also wenigstens dieser Unsinn wurde verhindert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch wenn der verabschiedete Lisek-Bericht falsche Akzente setzt, eine von mir initiierte Studie verdeutlicht, wie wichtig das Thema &#8220;Pooling and Sharing&#8221; ist und von den EU-Institutionen und Mitgliedsstaaten weiter verfolgt werden muss. Forscher der deutschen SWP-Stiftung, des polnischen PISM-Instituts sowie des französischen IRIS-Instituts haben drei Vorschläge unterbreitet, wie eine kurz- bis langfristige Zusammenarbeit des &#8220;Weimarer Dreiecks&#8221; aus Polen, Frankreich und Deutschland zu Projekten in der Verteidigungssektor aussehen kann. (Die Studie ist <a href="http://reinhardbuetikofer.eu/wp-content/uploads/2011/12/Report-Weimar-Defence-Cooperation-2011-2.pdf">hier </a>abrufbar).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Dual Use: Exportkontrolle ohne Zähne</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2011/12/05/dual-use-exportkontrolle-ohne-zahne/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 08:44:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparl]]></category>
		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass menschenrechtliche Erwägungen beim Export neuer Kommunikationstechnologien bisher kaum eine Rolle spielen, zeigen die geplanten Regelungen der EU zum Export von Gütern mit zivil-militärischem Verwendungszweck.


]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Artikel aus der Zeitschrift »Blätter« 12/2011:  ( photo credit : Markus Merz (FlickR)</p>
<h2>Dual Use: Exportkontrolle ohne Zähne</h2>
<p><span style="font-weight: bold;">von </span><span style="font-weight: bold;">Reinhard Bütikofer</span></p>
<div>
<p>Soziale Netzwerke, Mobiltelefone und das Internet spielen in den  Demokratiebewegungen des 21. Jahrhunderts eine zentrale Rolle. Das zeigten die  Massenproteste im Iran ebenso wie die arabische Rebellion. Hillary Clinton  bezeichnete diese Technologien gar als „<em>freedom technologies</em>“: In ihrer  Verbreitung sieht sie eine menschenrechtsorientierte Außenpolitik.<span><sup><sup>[1]</sup></sup></span></p>
<p>Doch mit der Ausbreitung der neuen Kommunikationstechnologien wächst in  vielen Staaten zugleich die Nachfrage nach entsprechender Überwachungstechnik.  Dass bei deren Export menschenrechtliche Erwägungen bisher kaum eine Rolle  spielen, zeigen die geplanten Regelungen der Europäischen Union zum Export von  Gütern mit doppeltem, das heißt zivil-militärischem, Verwendungszweck (<em>Dual  Use</em>).</p>
<p>Auf den ersten Blick scheinen viele dieser Güter harmlos. Doch schon wenige  Beispiele zeigen die Brisanz, die etwa hinter harmlosen Telefonanlagen stecken  kann. Denn sie lassen sich auch dazu verwenden, massenhaft Freiheits- und  Bürgerrechte zu verletzen, Menschen zu inhaftieren, zu foltern und zu töten.  Konkret geht es dabei um das Leben von Menschen, hinter deren Protest sich  unsere Regierungschefs, Außenminister und auch die EU-Außenbeauftragte Catherine  Ashton täglich mit starker Stimme stellen.</p>
<p>Das Unternehmen Nokia Siemens Networks (NSN), ein Joint Venture der deutschen  Siemens AG mit dem finnischen Nokia Konzern, hatte vor der gescheiterten  Protestwelle im Iran während der Jahreswende 2009/2010 ein Handy-Netzwerk samt  sogenanntem <em>Lawful Interception Gateway</em> (LIG) und einem <em>Monitoring  Centre</em> geliefert.<span><sup><sup>[2]</sup></sup></span> Mit beiden Systemen  lässt sich praktisch unbegrenzt Handy- und Internetkommunikation überwachen.  Während und nach dem Massenprotest war auffällig, wie gezielt, schnell und vor  allem massenhaft die iranischen Sicherheitskräfte die Protestler fassen konnten.  Anwälte der Inhaftierten berichteten alsbald von Handy- und Internetdaten, die  die Ankläger des Regimes als Belastungsmaterial vorlegten. Einmal identifiziert,  wurden viele Protestler aber auch umgehend verschleppt und ermordet. Viele der  Gefangenen wurden gefoltert und ungewöhnlich viele zum Tode durch den Strang  verurteilt – vermutlich nicht zuletzt zu Abschreckungszwecken.</p>
<p>Hier zeigt sich, welche fatalen Folgen der Export von <em>Dual-Use</em>-Gütern  zeitigen kann. Die europäischen Unternehmen exportieren solche  Überwachungssysteme mitunter in Länder, in denen es weder Demokratie noch  Rechtsstaat gibt, dafür aber allmächtige Sicherheitsdienste. So lieferte die  Firma Gamma Deutschland die Software Finisher an die ägyptische  Staatssicherheit, die damals noch im Dienst des inzwischen gestürzten Hosni  Mubarak stand. Diese Software hilft, das Internet systematisch zu überwachen und  die Namen oder Identitäten anonymer Blogger herauszufinden. Journalisten des MDR  haben nachgewiesen, wie mithilfe von Finisher Anti-Mubarak-Aktivisten  identifiziert und verhaftet wurden. Dass Finisher sogar den  Internettelefondienst Skype überwachen konnte, war den Aktivisten nicht klar.  Einigen von ihnen wurde dies zum Verhängnis: Sie wurden gefoltert, andere  starben in Haft. Gamma Deutschland hat an dem Export etwa 400 000 Euro verdient  – das Geschäft war legal.<span><sup><sup>[3]</sup></sup></span></p>
<p>Auch das Unternehmen Trovicor GmbH beteiligt sich an derartigen  Exportgeschäften. Die Firma wirbt auf ihrer Webseite mit dem Slogan: „Die Welt  zu einem sicheren Ort machen“. Weiter heißt es dort: „In der heutigen Welt  erfordern Bedrohungen der persönlichen und nationalen Sicherheit schnelles  Handeln. Die Lösungen müssen den rapide wachsenden Telekommunikationsmarkt und  seinen sich stetig ändernden Trends und Technologien reflektieren.“ Al Khanjar,  ein 39jähriger Lehrer aus Bahrain, wurde als eine solche Bedrohung der  nationalen Sicherheit eingestuft, verhaftet, geschlagen und monatelang gefangen  gehalten. Seine Identifizierung als Regimekritiker war möglich, weil Trovicor in  Kooperation mit Nokia Siemens Networks entsprechende Technologie an die Behörden  geliefert hatte.<span><sup><sup>[4]</sup></sup></span></p>
<p>Hierzulande wird derzeit über den geplanten Export von 200  Leopard-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien diskutiert. Das Land hatte mit seinen  Panzern dem Regime in Bahrain bei der gewaltsamen Niederschlagung des Protestes  geholfen. Doch sind eigentlich Leopard-Panzer effektiver bei der Niederschlagung  einer Demokratiebewegung als Spionagesoftware, ebenfalls aus deutscher  Produktion? Auch Güter, deren militärischer oder sicherheitspolitischer Nutzen  sich dem Laien nicht auf Anhieb erschließt, können in menschenrechtlicher  Hinsicht eine fatale Wirkung entfalten.</p>
<h4>Ausweitung des EU-Exportregimes</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zu fragen ist, ob nationale und europäische Exportrichtlinien nicht die oben  genannten Exporte hätten verhindern müssen. Müsste die Europäische Union, die  nun viel Geld aufwendet, um die Demokratiebewegungen in Nordafrika mit einem  Marshall-Plan zu stützen, nicht zuerst versuchen, Lücken bei der Kontrolle des  EU-Außenhandels zu schließen?</p>
<p>Die Europäische Kommission wacht laut EU-Vertrag über den EU-Außenhandel.  Bereits in der 90er Jahren hat sie die Bedeutung von <em>Dual-Use</em>-Gütern  erkannt. Immerhin machen diese Güter zehn Prozent des gesamten Außenhandels der  EU-Staaten aus.<span><sup><sup>[5]</sup></sup></span></p>
<p>Im Jahr 2000 trat mit Verordnung 1334/2000 ein EU-Exportregime für Güter mit  doppeltem Verwendungszweck in Kraft. Dieses sollte den Export von zehn  Güterkategorien – angefangen von nuklearem Material bis hin zu  Hochleistungscomputern sowie Produkten der Telekommunikation und der Luft- und  Raumfahrt – regeln. Das Ziel war hier jedoch nicht in erster Linie die Kontrolle  oder die gezielte Steuerung der Exportaktivitäten, sondern der möglichst  ungehinderte Handel mit diesen Gütern – allerdings nur zwischen den sechs  „befreundeten“ Nationen Australien, Kanada, Japan, Neuseeland, Norwegen, der  Schweiz und den USA. Da es hier nur um die Vereinheitlichung und Reduzierung  nationaler Exportregeln und unnötiger bürokratischer Hürden zwischen diesen,  allesamt demokratischen Ländern ging, war und ist an der Präferenz für den  freien Handel nichts auszusetzen.</p>
<p>Erst ab 2008 befasste sich die Europäische Kommission erstmals mit dem Export  von sensiblen Gütern an autoritäre und nicht-demokratische Staaten und schlug  eine massive Ausweitung des bis dahin bestehenden Regimes auf Länder wie China,  Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Malaysia usw. vor. Die Liste der  Kommission umfasste auch Länder, die keinerlei Abkommen im Bereich der  Nicht-Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen unterzeichnet hatten, wie  etwa Israel und Indien. Hinsichtlich der Güter beschränkte sich der  Kommissionsentwurf auf sechs Kategorien und variierte je nach Güterkategorie  noch einmal die Liste der möglichen Importländer.</p>
<p>Auf Menschenrechts- und Demokratieklauseln oder strikte Kontrollmechanismen  vor dem Export verzichtete die Europäische Kommission in ihrem Entwurf hingegen  völlig. Entweder war sie sich der Wirkungskraft dieser Exportgüter nicht bewusst  oder sie nahm das Risiko bewusst in Kauf. Fakt ist, dass der Vorschlag der  Kommission exakt dem System glich, das die Mitgliedstaaten bei den sechs  befreundeten Nationen anwandten, ganz so als gäbe es keine Unterschiede in der  Menschenrechts- und Außenpolitik der EU gegenüber China oder den USA. Immerhin  einige wenige Mitgliedstaaten sahen dies als ein Problem. So forderten etwa die  Niederlande und Dänemark in der zuständigen Ratsarbeitsgruppe, systematische  Vorabkontrollen einzuführen und einige besonders problematische Länder von der  Liste zu streichen.</p>
<h4>Keine Mehrheiten für Menschenrechte</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aufgrund der zähen Verhandlungen zwischen Kommission und einigen  Mitgliedstaaten bekam das Europäische Parlament den Kommissionsentwurf erst im  Frühjahr 2010 auf den Tisch. Dabei fand der Vorschlag der grünen Fraktion im  Europäischen Parlament, Vorabkontrollen für alle Güterkategorien einzuführen, im  außenpolitischen Ausschuss die breite Zustimmung aller Fraktionen – von sehr  weit rechts bis sehr weit links. Motiviert durch den Fall von Nokia Siemens  Networks, der auch im Unterausschuss Menschenrechte in einer Anhörung  thematisiert wurde, fügten sie ihrem Vorschlag einen Passus zu Menschen- und  Bürgerrechten hinzu, der den Export von Produkten der Telekommunikation strikt  konditionieren sollte.<span><sup><sup>[6]</sup></sup></span></p>
<p>Doch in der späteren Abstimmung im Handelsausschuss wurde deutlich, welchen  zentralen Stellenwert Teile des Ausschusses dem Handel gegenüber  menschenrechtlichen Erwägungen beimessen: Mit 14 zu 12 Stimmen wurde nur ein  knappes Votum für die Einführung von strikteren Exportregeln erreicht. Aus  diesem Grund weigerte sich der Verhandlungsführer der konservativen Fraktion,  Daniel Caspary von der schwäbischen CDU, das Ergebnis als Mandat des  Außenhandelsausschusses für Verhandlungen mit Rat und Kommission anzusehen und  forderte eine erneute Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments.</p>
<p>Dass dieses schließlich am 5. April 2011 das Vorhaben der Vorabkontrollen  aufgab und damit die Position der Ausschussmehrheiten revidierte, muss auch auf  das Wirken deutscher Politiker zurückgeführt werden. So wandte sich der damalige  Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) vor der Plenarabstimmung am 25. März  2011 in einem Brief an die deutschen Abgeordneten. In diesem machte er deutlich,  dass es um den Export von Gütern für „unkritische Zwecke“ gehe. Mit der  Vorabkontrolle würde man außerdem das „Ziel der Verfahrenserleichterung“  verfehlen, da sie für „Exporteure und die Verwaltung mit erheblichen  bürokratischen Belastungen verbunden“ sei. Die Annahme der Änderungsanträge  würde daher laut Minister Brüderle die deutsche Exportwirtschaft weiter  schwächen und das allgemeine Ziel der Europäischen Union, Verwaltungslasten und  Bürokratiekosten zu minimieren, in Frage stellen. Mit 15 Stimmen Mehrheit folgte  das Plenum dieser Argumentation.</p>
<p>Die neue Parlamentsposition schließlich schwächte auch die kritischen Stimmen  im Rat: Auch dort wurde die Forderung nach einer Vorabkontrolle aufgegeben.  Einmal mehr siegten so Handelsinteressen gegenüber demokratischer Solidarität  und außenpolitischer Vorsicht. Der Einführung eines zahnlosen und damit  unverantwortlichen Exportregimes stand damit nichts mehr im Weg.</p>
<p>Die darauf folgenden Verhandlungen mit Rat und Kommission waren in Windeseile  beendet, da es zwischen den drei Institutionen bereits zu Verhandlungsbeginn  keine Differenzen mehr gab. Nach dem Wegfall der strengen Vorabkontrollen  akzeptierten Rat und Kommission auch die ursprünglich von den Grünen  eingebrachte Menschenrechtsklausel für Telekommunikationstechnologie. Schnell  war man sich einig, dass Exporte von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck in  Länder mit Waffenembargos des EU-Rates, der OSZE oder der UN von nun an verboten  sein sollen.<span><sup><sup>[7]</sup></sup></span> Am 27. September 2011  nahm das Parlament dieses Schrumpfergebnis an und beendete das Verfahren mit  einer Einigung in erster Lesung.</p>
<p>Unterdessen denkt Handelskommissar De Gucht in einem Grünbuch bereits über  die Zukunft der EU-Exportkontrolle nach. Im Januar 2012 will er konkrete  Vorschläge machen.<span><sup><sup>[8]</sup></sup></span> Dem Kommissar schwebt  ein integriertes EU-System vor, das eine gemeinsame Risikobewertung, eine  dezentrale Organisation der Ausfuhrkontrolle, ein Informationsaustauschsystem  sowie europaweite Instrumente zur Identifizierung verdächtiger Vorgänge umfassen  soll.<span><sup><sup>[9]</sup></sup></span> Alle vier Elemente  waren bisher aus Gründen der nationalen Sicherheit unter der Kontrolle der  jeweiligen Hauptstädte verblieben.</p>
<p>Doch schon jetzt stößt de Gucht mit seinen Gedankenspielen auf den Widerstand  der deutschen Bundesregierung. Diese machte Ende Oktober in einer Stellungnahme  an die EU-Kommission unmissverständlich deutlich, dass ihr die deutsche  Exportindustrie wichtiger ist als eine erneute Reform der Ausfuhrkontrollen für  <em>Dual-Use</em>-Güter. Einer damit verbundenen Abgabe von Kompetenzen an die EU  oder einer zukünftigen Harmonisierung der EU-Exportkontrollen erteilte sie damit  bereits im Vorfeld eine Absage. Stattdessen favorisiert sie Vorschläge, die auf  Bürokratieabbau und verbesserte Ausfuhrmöglichkeiten für die Industrie setzen.  Und damit nicht genug: Das Thema Menschenrechte blendete die Bundesregierung in  ihrem Schreiben gleich völlig aus. Vielmehr heißt es dort, bei der  Ausfuhrkontrolle solle das „Bestreben, Proliferationsbemühungen und  destabilisierende Waffenanhäufungen zu verhindern, den legalen Handel,  insbesondere die Wirtschaftsbeziehungen mit den neuen Gestaltungsmächten nicht  unangemessen erschweren und verhindern“.<span><sup><sup>[10]</sup></sup></span> Zu diesen zählt die  Bundesregierung bemerkenswerterweise auch das autokratisch regierte  Saudi-Arabien oder die Atommacht Indien.</p>
<p>Spätestens jetzt sollten sich die nationalen Parlamente, allen voran die  deutschen Abgeordneten, daher endlich stärker in die Gestaltung der  EU-Außenhandelspolitik einmischen – schon um Schlimmeres zu verhindern. Der  Bundestag allerdings hat das Thema bisher weitgehend verschlafen.</p>
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<hr size="1" />
<p><a name="_ftn1" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref1" target="_blank"><sup><sup>[1]</sup></sup></a> Vgl. Dominic Rushe, US to  spend $30m fighting internet censorship, in: „The Guardian“, 12.5.2011.</p>
<p><a name="_ftn2" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref2" target="_blank"><sup><sup>[2]</sup></sup></a> Vgl. Hanna Nikkanen,  Technology failed in Iran, <a title="http://fifi.voima.fi" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://fifi.voima.fi/" target="_blank">http://fifi.voima.fi</a>, 1.3.2010 sowie dies., Nokia connects –  now in Iran, ebd., 22.6.2009.</p>
<p><a name="_ftn3" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref3" target="_blank"><sup><sup>[3]</sup></sup></a> Vgl. Christian Bergmann  und Marcus Weller, Berlin unterstützt Export von Spionagesoftware, in: FAKT  (ARD), 15.8.2011.</p>
<p><a name="_ftn4" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref4" target="_blank"><sup><sup>[4]</sup></sup></a> Vgl. Vernon Silver und  Ben Elgin, Torture in Bahrain Becomes Routine With Help From Nokia Siemens, in:  „Bloomberg News“, 22.8.2011.</p>
<p><a name="_ftn5" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref5" target="_blank"><sup><sup>[5]</sup></sup></a> Vgl. European Commission,  Note to the Trade Policy Committee, Brüssel 17.5.2010, S. 1.</p>
<p><a name="_ftn6" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref6" target="_blank"><sup><sup>[6]</sup></sup></a> Vgl. Legislative  Entschließung des Europäischen Parlaments vom 27.9.2011,  www.europarl.europa.eu.</p>
<p><a name="_ftn7" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref7" target="_blank"><sup><sup>[7]</sup></sup></a> Vgl. Pressemitteilung des  Europäischen Parlaments, Exporte von „sensiblen“ Gütern beschränken, 27.9.2011,  <a title="www.europarl.europa.eu" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.europarl.europa.eu/" target="_blank">www.europarl.europa.eu</a>.</p>
<p><a name="_ftn8" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref8" target="_blank"><sup><sup>[8]</sup></sup></a> Vgl. European Commission,  GREEN PAPER. The dual-use export control system of the European Union: ensuring  security and competitiveness in a changing world, Brüssel, 30.6.2011.</p>
<p><a name="_ftn9" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref9" target="_blank"><sup><sup>[9]</sup></sup></a> Vgl. Karel De Gucht, The  future of dual-use export controls in the European Union. 2011 Dual-use Exporter  Conference, Brüssel, 20.9.2011, <a title="http://trade.ec.europa.eu" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://trade.ec.europa.eu/" target="_blank">http://trade.ec.europa.eu</a>.</p>
<p><a name="_ftn10" href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember/dual-use-exportkontrolle-ohne-zaehne%23_ftnref10" target="_blank"><sup><sup>[10]</sup></sup></a> Vgl. Die  Bundesregierung, Stellungnahme der Bundesregierung zum Grünbuch der Europäischen  Kommission zum EU-Ausfuhrkontrollsystem von <em>Dual-Use</em>-Gütern, Bonn  27.10.2011, S. 1f.</p>
<p>(aus: »Blätter« <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/dezember" target="_blank">12/2011</a>, Seite 9-12)<br />
Themen: <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/themen/wirtschaft" target="_blank">Wirtschaft</a>, <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/themen/europa" target="_blank">Europa</a> und <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.blaetter.de/archiv/themen/krieg-und-frieden" target="_blank">Krieg und Frieden</a></p>
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		<title>Bütis Woche 30.11.2011: Streubombenverbot bleibt! Vorstoß der USA/Chinas/Russlands/Indiens gestoppt!</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 14:25:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[bütis woche]]></category>
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		<description><![CDATA[Bei der Überprüfungskonferenz der Konvention für konventionelle Waffen (CCW) konnte verhindert werden, dass ein großer Rückschritt bei der Abrüstung von Streubomben stattfindet. Und daran hatte das Europäische Parlament einen schönen Anteil!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Vom 14. bis zum 25. November 2011 fand in Genf die vierte Überprüfungskonferenz der Konvention für konventionelle Waffen (CCW) statt. Dieses UN-Gremium hatte in der Vergangenheit einen zweifelhaften Ruf als Bremsklotz bei der Ächtung bestimmter Waffengattungen. Diesmal konnte verhindert werden, dass ein großer Rückschritt bei der Abrüstung von Streubomben stattfindet. Und daran hatte das Europäische Parlament einen schönen Anteil!</p>
<p>Weil Mächte wie die USA, China, Indien und Russland in der Vergangenheit bei der CCW auf der Bremse stehen, wurde von Staaten wie Kanada und Norwegen und einer Koalition von NGOs in der Vergangenheit sowohl das Ottawa-Abkommen gegen Landminen als auch die Oslo-Konvention gegen Streubomben außerhalb der UN verhandelt und entschieden. Beide Abkommen schufen hohe Standards im Hinblick auf das internationale humanitäre Völkerrecht und waren insbesondere den USA ein Dorn im Auge.</p>
<p>Letzte Woche bliesen die USA zusammen mit China, Russland und Indien, den weltweit mit Abstand größten Besitzern und Nutzern von Streubomben, zum Gegenangriff. Die USA brachten Protokoll VI ein, welches Streubomben, die ab 1980 produziert worden sind und über einen Sicherheitsmechanismus verfügen, legalisieren sollte. Nun sind aber alle vor 1980 produzierten Streubomben sowieso schon verrostet und ausgemustert und ein Sicherungsmechanismus (es geht um Selbstzerstörung für den Fall, dass die Submunition nicht sofort bei Aufprall explodiert) ist auch bei den einfachsten Modellen Standard. Kurz: Man wollte sich Schrott, den man sowieso ausmustert, als Abrüstung zertifizieren lassen.</p>
<p>Seit dem 1. August 2010 jedoch ist die Konvention gegen Streubomben (CCM) in Kraft, die Produktion, Lagerung, Export und Nutzung von Streubomben strikt verbietet. Deutschland ist &#8211; wie 22 andere EU-Mitgliedstaaten &#8211; Mitglied. 66 Vertragsparteien hat die CCM bereits insgesamt. Über 100 Staaten haben schon unterschrieben. Die EU unterstützt die Universalisierung des Verbots seit einigen Jahren aktiv. Das Streubombenverbot ist einer der wenigen Bereiche, in welchen Catherine Ashton ausgesprochen klar Position bezieht und sich für ein weltweites Verbot ausspricht.</p>
<p>In Genf wäre es eigentlich ein Leichtes gewesen, mit dem Veto eines CCM-Staates das Protokoll VI zu kippen. Doch die USA hatten die Angelegenheit zur außenpolitischen Priorität gemacht. Hillary Clinton schrieb Briefe u.a. an Außenminister Westerwelle und telefonierte die Kollegenschar ab. Das wirkte offenbar. Es kristallisierte sich eine Gruppe um Deutschland (Schweden, Italien und Holland) heraus, die bereit war, den USA zu folgen, das Protokoll zu unterschreiben und damit das Verbot von Streubomben zu revidieren. Im Bundestag schmetterte Schwarz-Gelb in diesem Sinne einen Antrag von Grünen und SPD ab (siehe Drucksache <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/076/1707637.pdf " target="_blank">17/7637</a>), der die Bundesregierung aufforderte, das Protokoll VI abzulehnen.</p>
<p>Uns im Europaparlament gelang es jedoch, eine Debatte mit der Hohen Repräsentantin darüber zu führen und einen Entschließungsantrag zu verabschieden, der an Klarheit nichts zu wünschen übrig ließ. Die von der Grünen-Fraktion initiierte Entschließung stellte fest, dass das Protokoll VI mit den rechtlichen Verpflichtungen des CCM &#8220;unvereinbar&#8221; ist und es den CCM-Staaten de jure verboten ist, das Protokoll zu unterstützen oder gar zu unterzeichnen. Die Entschließung machte zudem darauf aufmerksam, dass das Protokoll, sollte es angenommen werden, erstmals in der Geschichte des internationalen Völkerrechts einen Rückschritt bedeuten würde, die politisch und moralisch inakzeptabel wäre.</p>
<p>Spanien informierte die Delegierten in Genf nur Minuten, nachdem das Europaparlament mit großer Mehrheit die Resolution angenommen hatte. FDP und CDU/CSU stimmten in Strassburg mit uns! In Genf wurde unser Text alsbald von Spanien an die Delegationen verteilt.</p>
<p>In den letzten Verhandlungstagen schälte sich schließlich eine Gruppe von 40 Staaten um Norwegen, Österreich, die Schweiz und Südafrika heraus, die das Protokoll VI mit Hinweis auf fehlenden humanitären Mehrwert und eine damit verbundene Legalisierung von Streumunition ablehnte.</p>
<p>Am letzten Freitag scheiterte das Protokoll VI dann endgültig. Ein großer Erfolg! Aus unserer Sicht sollten sich insbesondere nun die CCM-Staaten wieder darauf konzentrieren, die Oslo-Konvention in all ihren Einzelheiten umzusetzen und weltweit zu fördern! Zur Umsetzung sollte nicht zuletzt auch &#8220;Desinvestment&#8221; gehören. Denn eine aktuelle Studie (abrufbar <a href="http://www.stopexplosiveinvestments.org/uploads/pdf/REPORT%20May%202011%20FINAL.pdf " target="_blank">hier</a>) hat gezeigt, dass viele deutsche Versicherer und Banken &#8211; also z.B. einige unserer privaten Altersvorsorger &#8211; nach wie vor in Firmen investieren und anlegen, die Streubomben herstellen. Unser Nachbar Belgien ist da weiter: Ein einschlägiges Gesetz verbietet entsprechendes Investment.</p>
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		<title>&#8220;Price Tag&#8221;-Angriffe in Israel und der Westbank</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 18:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparl]]></category>
		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[EU muss Angriffe klar verurteilen - Israel muss Betroffene schützen und Täter zur Rechenschaft ziehen!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<strong>&#8220;Price Tag&#8221;-Angriffe in Israel und der Westbank</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<h2><strong>EU muss Angriffe klar verurteilen &#8211; Israel muss Betroffene schützen und Täter zur Rechenschaft ziehen</strong></h2>
<p><em>Am 7.11. wurde auf Hagit Ofran, die  “Settlement Watch”-Direktorin der israelischen NGO Peace Now, erneut ein Anschlag mit einer konkreten Todesdrohung verübt. Am 6.11. wurde gegen das Jerusalem-Büro der Organisation Peace Now,  <em>die sich für Verständigung und Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt,</em> eine Bombendrohung ausgesprochen. Diese Anschläge stehen in einem größeren Zusammenhang mit Angriffen radikaler Siedler und Extremisten in der Westbank und nun verstärkt auch in Israel. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen<a href="https://webmail.europarl.europa.eu/Exchange/jbade/Inbox/Press%20releases/Pressemitteilung:%20EU%20muss%20%22Price-Tag%22-Angriffe%20klar%20verurteilen.EML/"><strong>[1]</strong></a> hat die Gewalt von Siedlern in der Westbank gegenüber Palästinensern 2011 um 40 % zugenommen. Gleichzeitig wurden jedoch über 90 % der daraufhin bei der israelischen Polizei eingegangenen Anzeigen ohne Verfahren eingestellt. <em>Die Serie von Anschlägen dauert bereits seit Monaten an:</em></em> <em>Am 3.10. wurde eine Moschee in Galiläa angezündet, am 7.10. (Zu Beginn von Yom Kippur) zwei Friedhöfe in Jaffa geschändet, und am 30.10. wurde auf ein arabisches Restaurant in Jaffa ein Brandanschlag verübt. An allen Tatorten wurden &#8220;Price-Tag&#8221;-Graffitis hinterlassen. Dazu erklären </em><strong>Reinhard Bütikofer</strong>,<em>sicherheitspolitischer Sprecher</em> <em>der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament und </em><strong>Franziska Brantner</strong><em>, außenpolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion</em> <em>:</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&#8220;Wir verurteilen die Angriffe auf Hagit Ofran von Peace Now und als  &#8217;Price Tag&#8217; bezeichnete Anschläge auf das Schärfste. Diese feigen Taten sind ein schwerer Angriff auf die Demokratie und den Rechtsstaat Israel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir sind tief besorgt über diese Entwicklungen. Alle demokratischen Kräfte in Israel sind jetzt gefordert, sich diesen Angriffen entschlossen entgegenzustellen. Die israelische Regierung muss alles in ihrer Macht stehende tun, um die Betroffenen zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In der Westbank sind Leben und Eigentum der Palästinenser immer stärker Angriffen radikaler Siedler ausgesetzt. Es ist ein Skandal, dass über 90 % der angezeigten Angriffe auf Palästinenser in der Westbank durch die israelische Polizei nicht weiter verfolgt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Catherine Ashton und alle EU-Vertreter müssen sich in allen Kontakten mit der israelischen Regierung dafür einsetzen, dass diese Auswüchse von Gewalt und Einschüchterung nicht toleriert, sondern entschlossen bekämpft werden.&#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div>
<hr size="1" />
</div>
<p><a href="https://webmail.europarl.europa.eu/Exchange/jbade/Inbox/Press%20releases/Pressemitteilung:%20EU%20muss%20%22Price-Tag%22-Angriffe%20klar%20verurteilen.EML/">[1]</a> <a href="https://webmail.europarl.europa.eu/exchweb/bin/redir.asp?URL=http://www.ochaopt.org/documents/ocha_opt_settler_violence_FactSheet_October_2011_english.pdf" target="_blank">http://www.ochaopt.org/documents/ocha_opt_settler_violence_FactSheet_October_2011_english.pdf</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong><br />
</strong></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Recycling, Effizienz, Fairness&#8221;</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2011/09/20/interview-zur-eu-rohstoffpolitik-recycling-effizienz-fairness/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 07:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Bütikofer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparl]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews und Reden]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[rare earth minderals]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[seltene Erden]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 19.9. gab ich Euractiv ein Interview zur EU-Rohstoffpolitik und meinem aktuellen Parlamentsbericht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	In Zeiten knapper werdender Rohstoffe hat in Politik und Wirtschaft ein Mentalitätswechsel stattgefunden, sagt der grüne Industriepolitiker und EU-Abgeordnete Reinhard Bütikofer im Interview mit EurActiv.de. Bütikofer erklärt, warum er eine EU-Steuer auf mineralische Ressourcen ablehnt, und wie sich Europa im Kampf um Rohstoffe gegen China behaupten soll. Das komplette Interview finden Sie <strong><a href="http://www.euractiv.de/ressourcen-umwelt-00/artikel/eu-rohstoffpolitik-recycling-effizienz-fairness-005385?newsletter=">hier</a></strong>. </p>
<hr />Foto: michusteiner / photocase.com</p>
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		<title>Kohls Kanonade</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2011/08/24/kohls-kanonade/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 12:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[merkel]]></category>

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		<description><![CDATA[Helmut Kohl hat ein sensationelles Interview gegeben. Ich unterschreibe jeden Satz dieses Interviews...

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Helmut Kohl hat ein sensationelles Interview gegeben. Einen auch nur entfernt vergleichbaren Zerriss der deutschen Außenpolitik der letzten Jahre kenne ich nicht. Kohls Urteil ist vernichtend: &#8220;Kein Standpunkt, keine Idee, keine Verankerung, kein Kompass, kein Führungs- und Gestaltungswille&#8221;.</p>
<p>Ich unterschreibe jeden Satz dieses Interviews.</p>
<p>Wahrscheinlich wird sich die öffentliche Diskussion sehr darauf konzentrieren, wie brutal Kohl in diesem Interview mit seinem ehemaligen &#8220;Mädchen&#8221;, Angela Merkel, abrechnet. Nur ein Wort hat er etwa übrig für die Frage, ob die Aufgabe der Wehrpflicht ein Fehler sei: &#8220;Ja.&#8221; Eventuelle Ausflüchte der Kanzlerin oder der Bundesregierung insgesamt, die außenpolitische Lage sei eben extrem schwierig, wischt Kohl vom Tisch. Schwierig war es immer. Nicht die Schwierigkeiten charakterisieren die Lage, sondern völlige Desorientierung der politischen Führung, Kleinmut, zuviel Nationalismus, strategische Unfähigkeit.</p>
<p>Doch es wäre zu kurz gegriffen, läse man dieses Interview nur als Eruption einer grandiosen Enttäuschung über Angela Merkel. Kohl rechnet mit der deutschen Außenpolitik insgesamt ab. Er geißelt etwa die Fehlentscheidung aus rot-grüner Zeit 2003 den Stabilitäts- und Wachstumspakt verletzt und damit entwertet zu haben. Und Kohl wendet sich ausdrücklich gegen eine Stimmung im Lande, die Chancen außenpolitischer Gestaltung nicht erkennt, weil sie historische Verankerung ebenso vermissen lässt, wie Mut zur Gestaltung. Richtig beschreibt Kohl etwa wie haltlos das transatlantische Verhältnis Deutschlands zu den USA dümpelt. Man muss Kohls Interview als Chance zu einer breiten Diskussion über den Horizont und die Perspektiven deutscher Außenpolitik verstehen. Häme über Merkel, geschenkt. Wer macht es besser und wie?</p>
<p>Ich weiß, daß es kokett klingt, zu sagen, der Helmut Kohl dieses Interviews habe mehr gemeinsam mit der Außenpolitik der Grünen als mit der seiner eigenen Partei. Wahrscheinlich würde er das, auch wenn es stimmt, selbst nie einräumen. Aber um solche Schönheitspreise geht es nicht. Kohls Kanonade ist ein wertvoller Weckruf.</p>
<p>Möge die Debatte beginnen!</p>
<p>Das Interview von Helmut Kohl erschien in der <em>Internationale Politik</em>, Ausgabe September/Oktober 2011.</p>
<hr /> Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/-cherry-/2508285203/">“around the world”</a> von <a href="http://www.flickr.com/photos/-cherry-/">rachfog</a> auf www.flickr.com, Lizensiert unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Creative Commons Namensnennung 2.0 US-Amerikanisch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Somalia: EU muss ihre Nothilfe sofort und drastisch aufstocken!</title>
		<link>http://reinhardbuetikofer.eu/2011/07/22/somalia-eu-muss-ihre-nothilfe-sofort-und-drastisch-aufstocken/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 12:42:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse/Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>

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		<description><![CDATA[Pressemitteilung von Reinhard Bütikofer und Ska Keller zur Hungersnot in Somalia: Die EU muss ihre Nothilfe sofort und drastisch aufstocken!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<strong>Gemeinsame Pressemitteilung von Reinhard Bütikofer und Ska Keller zur Hungersnot in Somalia:</strong></p>
<p><strong>Die EU muss ihre Nothilfe sofort und drastisch aufstocken!</strong></p>
<p><em>Zur Ausrufung von Teilen Somalias als Hunger-Region durch die Vereinten Nationen erklärt, <strong>Ska Keller</strong>, entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen/EFA:</em></p>
<p>&#8220;Die knapp 6 Millionen Euro EU-Hilfen für das Flüchtlingslager in Kenia sowie die 27,8 Millionen für die gesamte Region sind nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein. In den letzten Tagen und Wochen hat sich die Lage in Somalia und seinen Nachbarländern dramatisch verschärft. Kenia und Äthiopien nehmen täglich jeweils bis zu 2000 Hungerflüchtlinge auf. Die EU darf dieser Hungertragödie nicht untätig zuschauen. Sie muss umgehend ausreichend Soforthilfen bereitstellen und dafür sorgen, dass sie schnellstmöglich vor Ort gelangt. Auch die Mitgliedsstaaten sind in der Pflicht, mehr zu geben. Es ist ein Skandal, dass sie sich seit Jahren nicht auf eine EU-Strategie für das Horn von Afrika einigen können. Die EU verpasst damit die Chance, ihrem Engagement in der Region einen politischen Rahmen zu geben, anstatt ganz überwiegend auf Militärgewalt zu setzen.&#8221;</p>
<p>Dem fügt <strong>Reinhard Bütikofer</strong>, sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen/EFA folgendes hinzu:</p>
<p>&#8220;Im krassen Gegensatz zum Totalausfall der EU-Hungerhilfe sind dagegen die für Militärmaßnahmen bereitgestellten Finanzmittel. Die beiden EU-Militärmaßnahmen, die auf Somalia abzielen – ATALANTA und EUTM – konsumieren jährlich ca. 1,5 Milliarden Euro. Mit den Militärmaßnahmen stellt sich die EU zudem auf die Seite der völlig unfähigen und korrupten Übergangsregierung, was nun zur Folge hat, dass humanitären Helfern der EU der insbesondere der Zugang zu den Hungerprovinzen Bakool und Lower Shabelle versagt bleibt. Dort herrscht die islamistische Al Shabab-Miliz, die die Übergangsregierung bekämpft.&#8221;</p>
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