Keine NATO namens EU – Vorschläge der Kommission zur Verteidigungspolitik

Am 07.06 hat die EU-Kommission gleich drei Papiere zur Verteidigungspolitik vorgelegt: ein Reflektionspapier mit möglichen Zukunftsszenarien, eine Mitteilung zu einem neuen europäischen Rüstungsfonds und einen Vorschlag für eine Verordnung zur finanziellen Unterstützung der europäischen Rüstungsindustrie. Einige meiner Statements findet ihr hier:

„Keine NATO namens EU“ Interview SWR 2

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EU-Kommissions-Vorschläge zur Verteidigung
Mehr Kooperation statt Geldspritze für Rüstungsindustrie (PM Grüne/EFA)

Am heutigen Dienstag hat die EU-Kommission gleich drei Papiere zur Verteidigungspolitik vorgelegt: ein Reflektionspapier mit möglichen Zukunftsszenarien, eine Mitteilung zu einem neuen europäischen Rüstungsfonds und einen Vorschlag für eine Verordnung zur finanziellen Unterstützung der europäischen Rüstungsindustrie. Reinhard Bütikofer, Mitglied im Industrieausschuss, der für die neue Verordnung zuständig sein wird:
„Der Verteidigungsfonds und die Verordnung für ein Entwicklungsprogramm für die Rüstungsindustrie gehen in die falsche Richtung. Der Fonds, den die Kommission schaffen will, sollte mit den Geldern gespeist werden, die die EU-Mitgliedsländer einsparen können, wenn sie sich auf eine effiziente Zusammenarbeit im Bereich Forschung, Entwicklung und Beschaffung verständigen. Es ist der falsche Weg, der Rüstungslobby den Zugriff auf zahlreiche Gelder des EU-Haushalts anzudienen.
„Die europäische Verteidigungsindustrie ist geprägt von Überkapazitäten, Dopplungen, Fragmentierung und Korruption. Es ist Irrsinn, dass es zurzeit in der Europäischen Union 23 Parallelprojekte für gepanzerte Fahrzeuge gibt. Es ist mehr als problematisch, dass gemeinsame Projekte Ausnahme und nicht die Regel sind. Die EU-Kommission sollte ihre Energie darauf verwenden, geltendes Recht wie die EU-Beschaffungsrichtlinie durchzusetzen und die EU-Mitgliedsstaaten zu mehr Kooperation im Verteidigungsbereich zu bewegen, statt ein Finanzierungsprogramm für die Rüstungsindustrie aufzulegen. Nach Berechnungen der EU-Kommission ließen sich durch mehr Kooperation jährlich 25 bis 100 Milliarden Euro sparen.“

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EU Commission and Member States must provide more clarity on the objectives of the Common Defence Policy (PM EGP)

Commenting on the reflection paper on the future of European Defence published by the European Commission today, European Green Party Co-Chair Reinhard Bütikofer said
“We welcome the fact that the European Commission makes proposals on the future of the common European defence policy. However, in the proposals that it submits there are too many wrong elements mixed with the right ones. It is wrong to withdraw budget from countless European funds, from research funding to the SME program, for financing research on armament and defense. The Defense Fund, which the Commission intends to establish, should be funded with the money that the Member States can save when they finally agree on an efficient system of tendering and procurement. The EU Member States spend much on defence purposes, not little, but they spend the money inefficiently and wastefully. Against this background, it is the wrong way to offer the defence lobby access to numerous funds of the EU budget.
“The Commission and Member States must also provide more clarity regarding the medium and long-term objectives of the Common Defence Policy. First, it must be embedded in a common foreign policy, because security cannot be reached only by military means. Secondly, it cannot be the goal to strive for a second NATO under the name of the EU, next to the NATO – because it is not part of the European Treaties that the EU takes care of issues regarding territorial defence.” (https://goo.gl/qS07zo)