Klimapolitik: Will die EU überhaupt führen?

Zum heutigen EU-Umweltministertreffen in Brüssel meint Reinhard Bütikofer, Grünen-Europaabgeordneter und Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei:

„Die Aufgabe ist einfach und schwer zugleich: Die Ministerinnen und Minister im Umweltrat müssen die Beschlüsse fassen, die uns auf einen Kurs bringen, der mit den Pariser Klimazielen konform ist. Dazu gehören vor allem 1. ein Effizienzziel von 40 statt 27 Prozent bis 2030, 2. eine deutliche Erhöhung des Zieles für Erneuerbare Energie über die niedrige Vorgabe von 27 Prozent bis 2030 hinaus, 3. ein Kraftakt für die Reform des europäischen Emissionshandels, 4. eine klare Fokussierung der EU-Forschungsförderung und europäischer Investitionsprogramme auf Nachhaltigkeit.

Wenn Europa klimapolitisch führen will, muss die EU mehr Ehrgeiz zeigen. Die Welt wartet nicht auf Europa. China macht rasche Schritte weg von der Kohle, stärkt das Thema Green Finance, führt einen nationalen Emissionshandel ein. Indien verdoppelt erneut die Steuer auf klimaschädlichen Kohlestrom, Japan schraubt die eigenen Klimaziele endlich entschieden nach oben. In Marokko ist der Preis der Kilowattstunde aus Windenergie auf 3 Cent gesunken. In Texas müsste der Ölpreis bei sieben Dollar pro Barrel liegen, um mit der dortigen Solarenergie mithalten zu können. Wer zu spät kommt, den bestraft die Konkurrenz.“

Foto CC-BY-NC-ND-2.0 Gerald Patterson