Ehemaliger Shell Vorstand fordert Investoren zu Divestment auf

Der ehemalige Shell Vorstand hat während eines von der Beratungsfirma Carbon Trust organisierten Dinners in London die großen Erdöl- und Erdgasunternehmen kritisert. Wie der Guardian am 4. Juni berichtet, bemängelte er ihren „erschreckenden“ Mangel an Bemühungen zum Erreichen des 2-Grad Ziels beizutragen. Obwohl er den Unternehmen eine wichtige Rolle in der Bekämpfung des Klimawandels attestierte, insbesondere durch den Ausbau von Infrastruktur für CO2– Speicherung (Storage), nannte er es unwahrscheinlich dass Konzerne von sich aus agieren werden.

Diese Aussage steht in einer Reihe mit der Kritik an Shells explorativen Bohrungen in der Arktis und ihrem Abbau von kanadischen Teersänden, die die Einhaltung von Klimazielen langfristig unmöglich machen, sowie den Aussagen des neuen CEO’s Ben van Beurden Ende Mai. Dieser hatte die Risiken des Klimawandels zwar anerkannt, weitere Investments in fossile Energieträger jedoch verteidigt. Eine Notwendigkeit Investitionen in erneuerbare Energien umzuleiten besteht für ihn persönlich demnach nicht. Erst am Montag hatte Shell noch für positive Schlagzeilen gesorgt, als sie zusammen mit den 5 anderen Energiegiganten Statoil, BP, ENI, Total und BG Group einen offenen Brief unterzeichneten, der fordert dass „Carbon Pricing“ ein Grundstein des Pariser Klimabkommens wird. Durch „Carbon Pricing“ wird das Ausstoßen von CO2 mit finanziellen Kosten verbunden, die die Nachfrage für klimaschädliche Energieformen nachweislich verändert. Dies kann durch eine Steuer, oder internationale Mechansimen erreicht werden und wird von der Weltbank und führenden Wirtschaftsinstituten massiv befürwortet.

Herr Moody Stuart fand in diesem Sinne nur für die Aktionen der BP- und Shell- Aktionäre lobende Worte. Diese hatten die beiden Unternehmen im April durch Resolutionen zu mehr Transparenz aufgefordert, insbesondere bezüglich ihrer Anstrengungen dem Klimwandel entgegenzuwirken. Im Gegensatz zum gegenwärtigen CEO hob er hierbei Divestment als komplett „rationale Strategie“ hervor und befürwortete den Ausstieg von Investoren aus fossiler Energie.

Zum Artikel des Guardian geht es hier.

Photo by Lee Jordan