Anglikanische Kirche beendet Investitionen in klimaschädlichste Energieunternehmen

Erneut berichtete der Guardian von einem bedeutenden Erfolg der internationalen Divestmentkampagne: Die Kirche von England hat am Dienstag bekannt gegeben, Investitionen in Höhe von 12 Millionen £ aus Teersand- und Kohleunternehmen abzuziehen. Das ist das erste Mal, dass die Kirche sich selbst Investitionsbeschränkungen mit Verweis auf den Klimawandel auferlegt.

„Dies sendet ein klares Zeichen über die Investitionspolitik der Kirche“, so Edward Mason, Chef der Abteilung für verantworliche Investitionen der Anglikanischen Kirche. „Diese wirklich umfangreiche Strategie soll die Kirche an die Spitze institutioneller Investoren bringen, die die Notwendigkeit einer Transition hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise betonen.“ Daher hat sie nun ein Divestment angeordnet und gleichzeitig angekündigt, in Zukunft keine Investitionen in Unternehmen mehr zu tätigen, welche mehr als 10% ihrer Einnahmen aus Geschäften mit Kohle oder Teersand ziehen. Derzeit hält die britische Kirche Anlagen von Shell in Höhe von 101 Millionen £ und von BP in Höhe von 91,9 Millionen £. Als Begründung, warum die Anlagen nicht aus allen konventionellen klimaschädlichen Energieunternehmen abgezogen wurden, argumentierten die Glaubensvertreter, dass die Zusammenarbeit der Kirche mit einigen Öl- und Gasunternehmen bereits Früchte trage, wie etwa die Klimaschutzresolution, welche BP Anfang diesen Monats auf seiner Jahresversammlung verabschiedete. „Kohle- und Gasunternehmen sind wichtige Akteure in der politischen und geschäftlichen Welt, daher wollen wir, dass sie Teil konstruktiver Forderungen nach einer kohlenstoffarmen Wirtschaft sind“, so Mason. Gleichzeitig macht er jedoch klar, dass Divestment weiterhin eine Option für die englische Kirche ist: „Wenn die Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen nicht funktioniert, ist ganz klar, dass wir Divestment als letzte Option in Betracht ziehen werden.“

Auch Bill McKibben, ein prominenter Umweltschützer und Aktivist der Carbon Divestmentkampagne, begrüßt den Schritt der Anglikanischen Kirche. „Das eine Institution, die sich ursprünglich gegen Divestment ausgesprochen hatte, nun in guter christlicher Tradition das Licht sieht, ist die erste bedeutende Wende im Divestmentkampf“, so McKibben.

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Photo by PhotoByMathew (Pixabay)