20. November 2009

Gesicht und Telefonnummer

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Sieht so der neue Aufbruch Europas aus? Ein weitgehend unbekannter belgischer Ministerpräsident und eine britische Lady mit wenig aussenpolitischer Erfahrung sollen der Europäischen Union für die Buerger ein Gesicht geben und den internationalen Partnern eine Telefonnummer, bei der sie sich melden können, wenn Europa gefragt ist?

Ich finde, wir sollten der neuen europäischen Doppelspitze einen Vertrauensvorschuss einräumen.

Ministerpräsident van Rompuy ist gewiss eine bessere Lösung als Tony Blair gewesen wäre. Einer der im belgischen Wirrwarr gezeigt hat, dass er durch geschickte Moderation führen kann, ist für Europa nicht die schlechteste Wahl. Führung durch Basta geht in Europa sowieso nicht. Und erinnern wir uns: Als der Franzose Delors Kommissionspräsident wurde, galt er als Langweiler und war weitgehend unbekannt. Er wurde einer der Besten.

Lady Ashton ist vielleicht nicht die staerkste Wahl. Eine britische Europa-Skeptikerin ist sie nicht; sie hat mit dafür gesorgt, dass der Lissabon-Vertrag in London durch’s Oberhaus kam. Internationale Erfahrung hat sie in der Handelspolitik. Dass einer der Spitzenposten an eine Frau ging, ist auch nicht zu beklagen. Es leben nun mal in Europa nicht nur Europäer.

Das Wichtigste ist: jetzt keine langen Personal-Nachbetrachtungen!


Foto: “Vienna Calling” von Marquis/photocase.de

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3 Kommentare »

  • Andi B. meint:

    Lieber Reinhard, sehr richtig. Das sollte übrigens auch für Oettinger gelten. Wen hätte man sich sonst als deutschen Kommissar gewünscht? Klar, außerhalb der Union wären mir viele eingefallen, aber ein Sozialist oder ein GRÜNER wären bei Merkel nicht durchsetzbar gewesen. Die Alternativen? Von der Leyen hat nicht mit sonderlich vielen europapolitischen Initiativen auf sich aufmerksam gemacht und hätten wir lieber den Doppelpaß-Koch oder den Müller gehabt? Viele Grüße nach Brüssel, Berlin oder wohin immer Du auch stecken magst!

  • Reinhard Bütikofer meint:

    @Andi B.:
    Lieber Andi, ich hatte mir als erfahrenen Europäer Elmar Brok vorgestellt oder Frau von der Leyen, bei der ich die Chance sah, dass sie als bekanntes Geicht europäische Themen “zuhause” stärker in das Zentrum der Aufmerksamkeit hätte rücken können. Tempi pasati. Nun hoffe ich, dass Oetinger das Industrie-Ressort bekommt und wir ihn dann möglichst stark in Richtung Green New Deal drängen können (wo er, bei aller “Wirtschaftkompetenz” bisher ziemlich unterbelichtet ist).

  • Jens Jackowski meint:

    das problem ist doch nur, dass die aufgaben gerade durch den menschen der sie zuerst innehat geprägt wird. hoffe mal, dass da was kommt — europa ist schliesslich bekannt für seine kompromisse, die es leider bis zur unkenntlichkeit verniedlichen und dann viele freiräume fuer unsinnige vorurteile lassen.

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